Sechs Mal Carb in einem Shot
Die SugrSugr GmbH ist ein junges Unternehmen aus Lemgo. Dahinter stehen die Gründer Bastian „Basti“ Niemeier, Ivo Rettig und Constantin „Consti“ Engelbrecht. Für ihren CarbShot, eine flüssigen Kohlenhydrat-Kombination gegen Unterzuckerung, erhielten die Drei beim letzten Startup Village anlässlich des Diabetes Kongresses von allen Juroren den Daumen hoch.
Was steckt in eurem CarbShot und wie entstand die Idee dazu?
Bastian Niemeier: Ivo, Consti und ich haben uns 2023 über gemeinsame Kontakte in der Diabetes-Community kennengelernt und unabhängig voneinander den Bedarf nach einer schnellen und länger anhaltenden Energiezufuhr gesehen. Die Saftpackung ist sicher bei Unterzuckerung eine schnelle Lösung, aber sie passt halt nicht wirklich gut in die Hosentasche, und Traubenzucker und Lollis hat man vielleicht auch irgendwann satt. Da kam uns die Idee, die schnelle Hilfe in Form von Traubenzucker in eine kleine, flüssige, kompakte Form zu packen.
Entwickelt haben wir einen Kohlenhydrat-Shot, den man überall leicht mit hinnehmen kann. 30 Milliliter passen in ein Fläschchen. Darin sind neben Wasser 20 Gramm verschiedene flüssige Kohlenhydrate mit unterschiedlichem glykämischem Index enthalten, so dass sowohl eine schnelle als auch eine längere Kohlehydratzufuhr gewährleistet wird. Unser Shot lässt sich überall hin problemlos mitnehmen. Ich zum Beispiel packe beim Fußballspielen die etwa fingergroßen Fläschchen neben meine Schienbeinschoner, damit ich schnell darauf zugreifen kann.
Was bedeutet „verschiedene flüssige Kohlenhydrate“?
Bastian Niemeier: Ein CarbShot beinhaltet 8 Gramm schnell wirksame und 12 Gramm langsam wirksame Kohlenhydrate. Im Detail sind es 8 Gramm Glukose, 4 Gramm Isomaltulose, 4 Gramm Saccharose, 3 Gramm Fruktose, 1 Gramm Ribose und 1 Gramm Inositol. Alle haben einen unterschiedlichen glykämischen Index und dadurch kriegen wir eine unterschiedlich schnelle Aufnahme hin. Es war uns sehr wichtig, dass der Blutzucker nicht so schnell wieder abfällt.
Wie kam es zu diesem Mix?
Bastian Niemeier:Durch den Kontakt zu Nahrungsergänzungsexperten und einem Hersteller, mit dem wir heute auch produzieren. Über verschiedene Runden hinweg haben wir die Kombination getestet, auch mit Freunden und Bekannten. Alle Tester hatten Diabetes und wir konnten an ihren Messergebnissen sehen, wie sich die Glukosewerte verändern. Über eine Umfrage haben wir strukturiert nachgefragt. Das Feedback war und ist, wie auf unserer Webseite nachzulesen, sehr positiv. Es gibt Eltern, die berichten von einem Gamechanger in der Nacht: Die Kids bekommen das Flüssige super schnell und gut runter, ein oder zwei Schlucke reichen manchmal schon und die Kinder müssen nicht lange aus dem Schlaf gerissen werden.
Es ist für Startups oft nicht leicht, Sponsoren zu finden. Wie sah das bei euch aus?
Bastian Niemeier: Über einen familiären Background im Nahrungsergänzungsmittelbereich sind wir in Kontakt zu unserem Hersteller gekommen, das hat natürlich sehr geholfen. Die erste Produktion haben wir allerdings von unserem eigenen Geld bezahlt. Anfang 2025 haben wir unser Unternehmen gegründet, im September wurde der CarbShot erstmals in unserem Online-Shop sugrsugr.de angeboten. Im Dezember war alles ausverkauft. Wir sind mit der Produktion gar nicht hinterhergekommen, was natürlich nicht so optimal war.
Wie sieht die Bilanz heute aus?
Bastian Niemeier: Mittlerweile sind wir mit dem Verkauf zufrieden. Der CarbShot ist seit ein paar Wochen auch bei Diabetiker-Bedarf und Diashop gelistet. Geschmacklich haben wir uns auf den Fruchtbereich konzentriert. Zur Himbeere anfangs sind seit Juni auch Maracuja und Pfirsich als Geschmacksrichtungen verfügbar. Der Shot ist süß, weil er eben sechs Zuckerarten beinhaltet, aber ich würde trotzdem behaupten, dass wir noch einen guten, angenehmen Geschmack hinbekommen haben. Wichtig ist zu erwähnen, dass unser Shot kein Arzneimittel ist, das konkret für die Anwendung bei einer Hypoglykämie zugelassen wurde, sondern ein Nahrungsergänzungsmittel. Wir brauchten also keine Arzneimittelzulassung und somit auch keine entsprechenden Studien.
Was kostet der Shot?
Bastian Niemeier: Wir haben verschiedene Packungsgrößen im Angebot mit 2,50 Euro pro Shot bzw. etwas weniger bei größeren Packungen.
Beim Startup Village im Mai konntet ihr die Juroren überzeugen und den ersten Platz belegen. Inzwischen kam noch ein Preis dazu...
Bastian Niemeier: Stimmt. An der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe haben wir im Juli beim Pitch-Wettbewerb des „Tomorrow Eats“-Festivals den zweiten Preis gewonnen.
Übrigens: Diabetes-Praxen, Kliniken und andere Interessenten aus dem Mediznbereich, die den CarbShot probieren wollen, können sich auf unserer Website kostenlos für ein Probierpaket anmelden. Wir sind für weitere Nutzererfahrungen dankbar.
Cornelia Kolbeck
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