Effekt auf Spondyloarthritis-Befunde untersucht

NSAR vor diagnostischer MRT besser pausieren

21. Rheumatologie-Update-Seminar
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Die Sakroiliitis im Röntgenbild ist der wegweisende Befund bei der axialen Spondyloarthritis.

NSAR können bei der axialen Spondyloarthritis mehr als Schmerzen lindern. Ihre Einnahme beeinflusst auch radiologische Befunde – und kann offenbar auch entzündliche MRT-Veränderungen reduzieren.

Der Zusammenhang zwischen NSAR-Exposition und radiografischer Progression der Wirbelsäule wurde in einer Analyse der GESPIC*-Kohorte untersucht. Eingeschlossen waren 252 Patientinnen und Patienten, 139 von ihnen wiesen eine nichtröntgenologische, 113 eine röntgenologische axSpA auf. Die NSAR-Exposition wurde mithilfe des NSAID-Scores erfasst. Dieser reicht von 0 (= keine Exposition) bis 100 (= maximale Exposition, entsprechend der Standarddosierung), erklärte Prof. Dr. Dr. Axel Hueber, Nürnberg. Zur Bewertung der radiografischen Progression zog man den mSASSS** heran, als Outcome wurde der mSASSS in 2-Jahres-Intervallen gewählt. Der Beobachtungszeitraum erstreckte sich über zehn Jahre.

Höhere Exposition assoziiert mit geringerer Progression

Je nach NSAR-Einnahme wurden die axSpA-Patientinnen und Patienten in zwei Gruppen eingeteilt: diejenigen mit niedrigerer Exposition (NSAID-Score < 50) und diejenigen mit hoher (NSAID-Score ≥ 50). Es zeigte sich, dass eine höhere Exposition mit einer geringeren radiografischen Progression assoziiert war, was insbesondere für die röntgenologische axSpA galt. Die gesondert untersuchten COX-2-Hemmer hatten einen etwas größeren Effekt als nichtselektive Wirkstoffe.

Auch die antientzündliche Potenz von NSAR darf nicht unterschätzt werden, sagte Prof. Hueber. Das spiegelt sich in der Aktivität der axSpA im MRT wider, wie eine aktuelle Studie verdeutlicht. An ihr nahmen initial 311 axSpA-Patientinnen und -Patienten unter laufender NSAR-Therapie teil, die keine Biologika bekamen. Alle durchliefen eine Wash-out-Phase, in der das NSAR pausiert wurde.

Bei 20% verschwand der aktive MRT-Befund

Bei 286 Betroffenen führte man eine MRT der Iliosakralgelenke durch. 146 von ihnen (51 %) wiesen dabei eine aktive Sakroiliitis auf. Diese Subgruppe erhielt über sechs Wochen erneut ein NSAR. Dann wurde bei 124 von ihnen eine zweite MRT durchgeführt. Spannenderweise hatten 25 (20 %) keinen aktiven MRT-Befund mehr. „Die NSAR-Einnahme hat die Sakroiliitis reduziert“, fasste Prof. Hueber zusammen.

Kurze Wash-out-Phasen sind vertretbar

„Die Patientinnen und Patienten kommen zur Abklärung oft schon mit einer hohen Dosis NSAR zu uns“, erklärte der Kollege. Aufgrund dieser Ergebnisse würde er die antiinflammatorische Therapie ein bis zwei Wochen vor einer diagnostischen MRT pausieren. Zwar droht eine Verschlechterung – in der genannten Studie war es bei 45 % zu einem Flare gekommen, und bei 69 % hatte sich die Krankheit klinisch verschlechtert. Doch insgesamt war der BASDAI*** nur moderat um bis zu 1 erhöht. Damit sei eine kurze Wash-out-Phase vor einer MRT durchaus vertretbar, so Prof. Hueber.

*German Spondyloarthritis Inception Cohort
**modified Stoke Ankylosing Spondylitis Spine Score
***Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index

Dr. Sonja Kempinski

Dr. Sonja Kempinski ist als freie Autorin für die Medical Tribune und den Fachtitel Medical Tribune Rheumatologie/Schmerz sowie für verschiedene Gesundheitswebsites tätig. Ihre Spezialgebiete sind dabei die Rheumatologie und die Orthopädie, als ehemalige Chefredakteurin einer Zeitschrift für Allgemeinmediziner liegen ihr aber auch hausärztliche Themen am Herzen.

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