Ein sicherer Ort für Menschen in Not

Caritas-Krankenwohnung: Medizinische Hilfe für Wohnungslose

Reportage
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Stand: 
|Lesezeit: 6 Min
Die Caritas-Krankenwohnung in Berlin bietet Menschen ohne Krankenversicherung einen Ort für die medizinische Nachsorge.

Was passiert mit obdachlosen Menschen nach einem schweren Eingriff wie einer Amputation? Eine Entlassung auf die Straße oder in Notunterkünfte ist in solchen Situationen eigentlich zu gefährlich. In der Caritas-Krankenwohnung in Berlin finden die Wohnungslosen einen Ort für die weitere Genesung.

Seit gut einem Jahr unterstützt ­Sara ­Szymanski als ehrenamtliche Ärztin die Caritas-Krankenwohnung für wohnungslose Menschen in Berlin. Etwa einmal im Monat kommt sie in die Einrichtung. Vor ihrem Behandlungszimmer warten gerade drei Patienten auf ihre Kontrolluntersuchung, zwei von ihnen sitzen im Rollstuhl. Einer der beiden ist blass, mager und wirkt abwesend. Der Mann hat einen Schlaganfall erlitten.

In der Regel kommen bei den Wohnungslosen mehrere Erkrankungen zusammen. Aufgenommen in die Einrichtung der Caritas werden viele wegen chronischer Wunden wie Ulzerationen am Bein. Meist treten diese im Zusammenhang mit einer HIV-Infektion, Hepatitis oder Leberzirrhose und problematischem Substanzkonsum auf, erklärt Szymanski. Frakturen oder Verbrennungen – wie bei den anderen beiden Patienten, die vor dem Sprechzimmer warten, – zählen ebenfalls zu den typischen Krankheitsbildern. Bei einem Großteil der Wohnungslosen bestehen zudem psychische und Verhaltensstörungen, meist in Kombination mit einer Suchterkrankung (s. Kasten). Viele der Betroffenen erhalten daher eine Substitutions­behandlung.

Woran die Versorgung von Obdachlosen oft scheitert

Ein Großteil der Obdachlosen leidet an einer unbehandelten, häufig nicht diagnostizierten psychiatrischen Erkrankung, erklärt ­Tomasz ­Skajster vom Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Berlin. Meist handele es sich dabei um eine Persönlichkeitsstörung, die durch eine Suchterkrankung maskiert werde. Er schätzt den Anteil der Betroffenen auf bis zu 90 %.

Für die Obdachlosen wäre ein schneller und niedrigschwelliger Zugang zu einer psychiatrischen und suchtmedizinischen Behandlung daher wichtig. Bürokratische Hürden, lange Wartezeiten und unklare Zuständigkeiten erschweren diesen jedoch.

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