BMG beendet Förderung von Cochrane Deutschland
Das Bundesgesundheitsministerium stellt die Förderung von Cochrane Deutschland ein. Damit gerät eine zentrale Institution für evidenzbasierte Medizin, Leitlinienarbeit und verständliche Forschungskommunikation unter Druck.
Eine Säule der evidenzbasierten Medizin in Deutschland wird bald nicht mehr vom Bundesgesundheitsministerium gefördert: Die Cochrane Deutschland Stiftung (CDS) erhält ab 2027 kein Geld mehr.
Die Stiftung sieht ihre Aufgabe darin, aktuelle internationale Forschungsergebnisse zu medizinischen Fragen in die Versorgung zu übertragen, indem sie sie verständlich aufbereitet und für Gesundheitsfachkräfte, Patientinnen und Patienten, Medienschaffende und politische Entscheidungsträger nutzbar macht. Dies soll beispielsweise dabei helfen, medizinische Leitlinien evidenzbasiert zu gestalten. Die Arbeitsgrundlage der CDS sind Cochrane-Reviews, systematische Zusammenfassungen der internationalen Studienlage. Derzeit erhält die Stiftung nach eigenen Angaben jährlich rund eine Million Euro aus dem Budget des Bundesgesundheitsministeriums.
„Die Cochrane Deutschland Stiftung wird die verbleibende Zeit bis Ende 2027 nutzen, um neue Förderer zu finden, damit sie ihre Arbeit auch mittel- und langfristig fortsetzen kann“, kündigte Prof. Dr. Jörg Meerpohl an, Wissenschaftlicher Vorstand der CDS. Rückendeckung bekommt er beispielsweise vom Netzwerk Evidenzbasierte Medizin. Gerade in Zeiten von Fake News, Verschwörungstheorien und Wissenschaftsskepsis seien solche Angebote besonders wichtig.
Pressemitteilung der CDS vom 28.9.2026
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