Bewegung in der Kinderonkologie

Studie prüft Bewegungstherapie in pädiatrischer Onkologie

Bericht
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Eine Therapeutin unterstützt ein Kind bei der Bewegungstherapie auf einem Gummiball.

Trotz vieler Hinweise auf positive Effekte ist Bewegungstherapie kein Teil der kinderonkologischen Regelversorgung. In 13 Zentren soll jetzt mit krebskranken Kindern und Jugendlichen Umsetzbarkeit und Zusatznutzen eines strukturierten Bewegungsprogramms im Klinikalltag geprüft werden.

Die Umsetzbarkeit standardisierter Bewegungs- und Sporttherapie im klinischen Alltag kinderonkologischer Zentren untersucht bundesweit die Studie BEPPO (Evaluation bewegungs- und sporttherapeutischer Interventionen unter medizinischer Therapie in der pädiatrischen Onkologie). 346 Patientinnen und Patienten im Alter von 3–18 Jahren an 13 Zentren sollen bei BEPPO mitmachen. Das Programm wird gegenüber standortspezifischer Regelversorgung verglichen. Primär steht die Integration in reale Versorgungsabläufe im Fokus; Wirksamkeitsparameter werden ergänzend erfasst.

„Bewegung ist weit mehr als ein netter Zusatz zur medizinischen Therapie – die wissenschaftliche Evidenz zeigt zunehmend, dass Bewegung Fatigue lindern, die Mobilität erhalten und Kindern sowie Jugendlichen ein Stück Autonomie und Normalität zurückgeben kann“, sagt Prof. Dr. Freerk T. Baumann. Er ist Leiter der AG Bewegungsmedizin im Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Uniklinik Köln und Projektleiter von BEPPO. „Mit dieser Studie wollen wir erstmals belastbar zeigen, dass ein strukturiertes Bewegungsprogramm der aktuellen Regelversorgung überlegen ist.“

Prof. Dr. Thorsten Simon, Leiter der Kinderonkologie an der Uniklinik Köln, ergänzt: „Unser gemeinsames Ziel ist es, diese wichtigen Therapiemaßnahmen dauerhaft in der Regelversorgung zu verankern.“

Bewegung als Heilmittel auch in der Kinderonkologie

Hintergrund sind umfangreiche Evidenzhinweise, dass individuell adaptierte Bewegungstherapie bei pädiatrischen onkologischen Patientinnen und Patienten Muskelkraft, körperliche Funktion und Ausdauer verbessern kann. Längere Inaktivität dagegen sollte vermieden werden. Klinisch relevante Ziele sind u. a. Reduktion von Fatigue, Erhalt der Mobilität und Förderung von Autonomie im Therapieverlauf.

Die Interventionsgruppe erhält unmittelbar nach Diagnosestellung ein sechsmonatiges Programm mit stationären Einheiten, ambulanten Angeboten und digital begleiteten Trainingseinheiten zu Hause. Vier familienorientierte Bewegungsberatungen sollen Adhärenz fördern und Barrieren adressieren. Ziel der Studie ist der Nachweis, dass ein strukturiertes Bewegungsprogramm der aktuellen Regelversorgung überlegen und praxistauglich ist. 

Bei Bestätigung von Nutzen und Umsetzbarkeit soll das Konzept in die kinderonkologische Regelversorgung überführt und im Sinne der S2k-Leitlinie „Bewegungsförderung und Bewegungstherapie in der pädiatrischen Onkologie“ verankert werden. Der Innovationsfonds des G-BA fördert BEPPO seit Oktober 2025 mit rund 7,3 Mio. Euro über 3,5 Jahre.

Pressemitteilung Uniklinik Köln

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