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Ältere brauchen potentere Grippeimpfstoffe

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Sowohl die T- als auch die B-Zell-Antworten lassen im Alter nach. Das heißt, der Organismus ist weniger gut in der Lage, Erreger zu eliminieren. Sowohl die T- als auch die B-Zell-Antworten lassen im Alter nach. Das heißt, der Organismus ist weniger gut in der Lage, Erreger zu eliminieren. © iStock/simarik
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Das alternde Immunsystem bedingt nicht nur eine erhöhte Infektanfälligkeit, sondern mindert auch die Antwort auf eine Influenzaimpfung. Mit stärker immunogenen Seren lässt sich gegensteuern.

Sowohl die T- als auch die B-Zell-Antworten lassen im Alter nach. Das heißt, der Organismus ist weniger gut in der Lage, Erreger wie das Influenzavirus via T-Lymphozyten zu eliminieren. Gleichzeitig bilden die B-Lymphozyten weniger Antikörper, erklärte Dr. Anja Kwetkat von der Klinik für Geriatrie am Universitätsklinikum Jena. Multimorbidität, Gebrechlichkeit, schlechter funktioneller oder Ernährungsstatus lassen die Antikörpertiter noch weiter abfallen.

Die Grippe verursacht gerade für Ältere eine hohe Krankheitslast. 90 % aller Todesfälle betreffen Menschen über 60 Jahre. Komplizierte Verläufe mit Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Pneumonie oder Schlaganfall nehmen mit dem Alter ebenfalls zu. Die Immunseneszenz reduziert natürlich genauso die Antwort auf eine Influenzaimpfung. Unterstützung bieten Seren mit verstärkter Immunogenität, z.B. durch höhere Dosis, Beigabe von Adjuvanzien oder veränderte Herstellungsprozesse (in Zellkulturen, rekombinant).

Vierfache Antigenmenge für über 60-Jährige

Für die Saison 2021/2022 empfiehlt die STIKO bereits, alle über 60-Jährigen mit dem quadrivalenten Hochdosis-Totimpfstoff zu immunisieren. Er hat statt 15 µg Antigen 60 µg pro enthaltenem Virusstamm und zeigt eine hohe klinische Impfeffektivität – auch bei Pflegeheimbewohnern.

Quelle: 15. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (Online-Veranstaltung)

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