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Neuropathische Schmerzen verstehen – und gezielt behandeln

Prickeln, Brennen, stechende Schmerzen – so beschreiben Patientinnen und Patienten häufig periphere neuropathische Schmerzen (PNP).

Sie entstehen durch Schädigungen oder Erkrankungen des peripheren Nervensystems und können vielfältige Ursachen haben: von postoperativen Nervenschäden (PSNP) über postherpetische Neuralgien und Engpasssyndrome bis hin zu Polyneuropathien – insbesondere im Rahmen eines Diabetes mellitus.1 Eine besonders häufige und klinisch relevante Ausprägung ist die diabetische Polyneuropathie (DPN).2 Sie zählt zu den typischen Folgeerkrankungen des Diabetes und kann bereits früh im Krankheitsverlauf auftreten – teilweise schon im Prädiabetes-Stadium.3 Die schmerzhafte Form (painful DPN, pDPN) betrifft in Deutschland schätzungsweise 1,1 bis 2,3 Millionen Menschen.4  Typisch für die Erkrankung sind brennende oder stechende Schmerzen, begleitet von Kribbeln, Missempfindungen und Überempfindlichkeiten gegenüber Berührung oder Temperatur; im Verlauf können Taubheitsgefühle hinzukommen.5 Trotz des erheblichen Leidensdrucks und der hohen Prävalenz bleibt die Erkrankung häufig lange unerkannt. Viele Betroffene gewöhnen sich an ihre Symptome, sprechen kaum darüber und akzeptieren sie als gegeben oder assoziieren ihre brennenden Füße nicht mit der Grunderkrankung (dem Diabetes). Die Folge sind erhebliche Beeinträchtigungen von Schlaf, Mobilität, Stimmung und Lebensqualität – ein stiller Leidensweg, der sich über Jahre ziehen kann.

Neue Perspektiven: Schmerzmodulation an der Peripherie

Aktuelle Forschungsergebnisse belegen die Wirksamkeit topischer Behandlungsstrategien, die direkt an der Peripherie ansetzen, und erweitern somit den bislang primär systemisch orientierten therapeutischen Ansatz. Insbesondere für polymedizierte Patienten und Patientinnen stellen lokal wirksame Optionen einen vielversprechenden Fortschritt dar, da sie ohne zusätzliche systemische Belastung auskommen und somit das Risiko pharmakologischer Interaktionen signifikant reduzieren. 

M-N/A-DE-10-25-0010

1 Schlereth T. et al., Diagnose und nicht interventionelle Therapie neuropathischer Schmerzen, S2k-Leitlinie, 2019, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: dgn.org/leitlinie/diagnose-und-nichtinterventionelle-therapie-neuropathischer-schmerzen (abgerufen am 30.09.2025).

2 Robert Koch-Institut (RKI) – Diabetes-Surveillance, 2020: diabsurv.rki.de/Webs/Diabsurv/DE/diabetes-in-deutschland/3-28_Diabetische_Polyneuropathie.html, zuletzt eingesehen am 05.08.2025.

3 Gesundheitsbericht Diabetes 2025, Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), www.ddg.info/fileadmin/user_upload/Gesundheitsbericht_2025_final.pdf, zuletzt eingesehen 05.08.2025

4 Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2023. Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

5 Diener HC, Maier C. Die Schmerztherapie, Urban und Fischer, 3. Aufl. 2009, 146–149


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