COVID-19 und Immunsuppressiva: Medikamente nicht leichtfertig absetzen lassen

Autor: Kathrin Strobel

Für immunsupprimierte Patienten gelten die Empfehlungen für Risikogruppen. Für immunsupprimierte Patienten gelten die Empfehlungen für Risikogruppen. © scaliger – stock.adobe.com

Menschen unter Immunsuppressiva sind eine besondere Risikogruppe für die von SARS-CoV-2 ausgelöste Lungenkrankheit COVID-19. Da mag es dem einen oder anderen als sinnvoll erscheinen, die Medikamente abzusetzen. Davon raten Experten dringend ab.

Wer z.B. aufgrund einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Medikamente einnimmt, die das Immunsystem schwächen, ist derzeit vielleicht dazu geneigt, diese abzusetzen. Denn immunsupprimierte Patienten gelten als besonders gefährdet, einen schweren Verlauf der durch das Coronavirus SARS-CoV-2 hervorgerufenen Lungenkrankheit COVID-19 zu erleiden.

Davon sei allerdings dringend abzuraten, schreiben Kollegen der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York. Denn das Risiko einer Exazerbation der bestehenden Erkrankung sei (zumindest derzeit) noch weit größer als die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken.

Viel wichtiger sei es, dass immunsupprimierte Patienten die Empfehlungen für Risikogruppen ernst nehmen. Das bedeutet konkret: den Kontakt zu anderen Menschen auf das Wesentliche reduzieren und das Reisen unterlassen.

Quelle: Ungaro RC et al. Clin Gastroenterol Hepatol 2020; DOI: 10.1016/j.cgh.2020.03.020