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DGHO Junge Ärzt:innen für die Onkologie und Hämatologie begeistern

Autor: Dr. Judith Besseling

Auch junge Ärzt:innen müssen in der Fachgesellschaft mit ihren Ideen und Bedürfnissen vertreten sein. (Agenturfoto) Auch junge Ärzt:innen müssen in der Fachgesellschaft mit ihren Ideen und Bedürfnissen vertreten sein. (Agenturfoto) © iStock/fotostorm
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Eine Fachgesellschaft – das ist doch nur etwas für alte Hasen!? Weit gefehlt, sagt Dr. Christoph Oing, Vorsitzender der Jungen DGHO. Er erläutert, warum sich bereits Medizinstudierende und junge Ärzt:innen engagieren sollten und welche Vorzüge ihnen die Junge DGHO bietet.

Seit 2018 gibt es in der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) eine Arbeitsgruppe, die sich explizit mit den Belangen junger und angehender Hämatolog:innen und Onkolog:innen beschäftigt: die Junge DGHO. Ins Leben gerufen wurde sie von Dr. Christoph Oing, Newcastle University, und Dr. ­Caroline Anna Peuker, Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die beiden Gründungsmitglieder setzen sich dafür ein, Kolleg:innen schon frühzeitig in der medizinischen Ausbildung für die Onkologie/Hämatologie zu begeistern und sie für die Arbeit in der Fachgesellschaft zu motivieren. 

Unterrepräsentiert

Vor Gründung der Jungen DGHO waren nur 10 % der Mitglieder in der gesamten DGHO unter 40 Jahre. Davon waren wiederum 80 % bereits 35 Jahre oder älter. Ein Zeichen also, dass junge Kolleg:innen in der Facharztausbildung sowie Studierende in der Fachgesellschaft fehlen. Das möchte die Junge DGHO ändern. 

Ein guter Ort, um sein Netzwerk auszubauen

„Ich finde das Netzwerken in der Fachgesellschaft sehr fruchtbar, um eigene Ideen zu diskutieren und über den Tellerrand zu schauen“, betont Dr. Oing im Gespräch mit der Medical Tribune Onkologie · Hämatologie. Außerdem will die Arbeitsgruppe die DGHO mitgestalten und den Jüngeren eine Möglichkeit bieten, sich fortzubilden. Dazu haben sie eigene Fortbildungsveranstaltungen ins Leben gerufen.

Die Junge DGHO soll bereits den Medizinstudierenden die Hürde nehmen, sich mit einer Fachgesellschaft zu beschäftigen. „Auch mir war lange Zeit nicht klar, warum man sich bereits als junger Mensch auf größerer Ebene engagieren sollte“, erläutert der Onkologe. Das Ziel von ihm und Dr. Peuker ist es, über die Junge DGHO dafür zu werben. Denn: Nicht nur die erfahrenen Kolleg:innen sollten mit ihren Bedürfnissen in einer Fachgesellschaft gehört werden. Durch die aktive Teilnahme der Jüngeren wird es möglich, dass auch deren Ideen und Bedürfnisse angemessen vertreten sind.

Einen deutlichen Unterschied gibt es etwa in den Anforderungen, die die Arbeitswelt an die verschiedenen Generationen der Medizinerinnen und Mediziner stellt bzw. gestellt hat. „Es ist wichtig, so etwas aufzuzeigen und auch ein Verständnis zu schaffen“, findet Dr. Oing. Dafür müsse man in den Diskurs treten. Nur so könne man gemeinsam Dinge verändern, ist er überzeugt.

Große Bereitschaft zur Mitwirkung im Mentoring

Ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Generationen: das Mentoring-Programm der Jungen DGHO. Dieses besteht seit dem letzten Jahr und ist direkt auf positive Resonanz gestoßen. Junge Kolleginnen und Kollegen können sich mit einer spezifischen Fragestellung bewerben. Wichtig zu betonen findet Dr. Oing dabei, dass das Mentoring nicht allein der Förderung von Forschungsprojekten dienen soll, sondern für alle Aspekte einer individuellen Karriere­planung offen ist. 

„Es ist überwältigend zu sehen, wie viele erfahrene Kräfte sich innerhalb der DGHO zur Verfügung stellen“, freut sich der Mediziner. Momentan kann dadurch allen potenziellen Mentees eine passende Mentorin bzw. ein passender Mentor vermittelt werden. Weitere Projekte dieser Art sollen in den nächsten Jahren folgen.

Wechsel im Vorsitz steht bevor

Im Herbst wird zum ersten Mal der Vorsitz der Jungen DGHO gewechselt. Dann soll Dr. Peuker übernehmen. Bisher agiert sie als Stellvertretung und hat so bereits einen guten Überblick, welche Aufgaben auf sie zukommen werden. „Wir haben bisher immer hervorragend zusammengearbeitet und ich freue mich, dass mit Caroline eine neue Vorsitzende folgt, die sich auch jetzt schon sehr für die Junge DGHO einsetzt“, betont Dr. Oing. Die Berliner Onkologin wird für die nächsten fünf Jahre Vorsitzende sein.

Seit der Gründung ist die Junge DGHO bereits stark gewachsen und umfasst mittlerweile 23 Mitglieder. Die DGHO interessiert sich laut Dr. Oing sehr dafür, den jungen Arbeitskreis zu unterstützen. Das zeigt sich unter anderem auf der Jahrestagung der DGHO, wo sie mit eigenen Programmpunkten vertreten sind. Und auch beim Deutschen Krebskongress sollen – in Zusammenarbeit mit den Nachwuchsgruppen weiterer Fachgesellschaften – eigene Veranstaltungen stattfinden.

Quelle: Medical-Tribune-Bericht

Dr. Christoph Oing und Dr. Caroline Anna Peuker kannten sich schon vor Gründung des Arbeitskreises. Gemeinsam haben sie die Idee zur Mitwirkung in der DGHO entwickelt und in die Tat umgesetzt. Dr. Christoph Oing und Dr. Caroline Anna Peuker kannten sich schon vor Gründung des Arbeitskreises. Gemeinsam haben sie die Idee zur Mitwirkung in der DGHO entwickelt und in die Tat umgesetzt. © DGHO e. V. / Marc Volk
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