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Normaldruckglaukome erhöhen die Wahrscheinlichkeit für kognitive Einbußen

Autor: Dr. Daniela Erhard

Für Patienten mit Normaldruckglaukom war es rechnerisch doppelt so wahrscheinlich, kognitive Einschränkungen aufzuweisen. (Agenturfoto) Für Patienten mit Normaldruckglaukom war es rechnerisch doppelt so wahrscheinlich, kognitive Einschränkungen aufzuweisen. (Agenturfoto) © iStock/Inside Creative House
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Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom sind häufiger kognitiv eingeschränkt, wenn die Erkrankung bei normalem Augeninnendruck auftritt.

Zu diesem Schluss kommen australische Forscher, nachdem sie die kognitive Leistung von 290 gematchten Personen mit Normal- oder Hochdruckglaukom verglichen hatten. Die mindestens 65 Jahre alten Teilnehmer hatten Dr. Sean Mullany von der Flinders University in Adelaide und Kollegen aus dem australisch-neuseeländischen Glaukomregister ANZRAG rekrutiert. Der Kognitionstest (Montreal Cognitive Assessment) erfolgte telefonisch, damit die Sehprobleme der Patienten die Ergebnisse nicht verfälschen konnten.

Während unter den Teilnehmern mit einem normalen Augeninnendruck von maximal 21 mmHg 15 % geistig deutliche Defizite aufwiesen (MoCA < 11/22), waren es bei den Probanden mit erhöhtem Augeninnendruck von mindestens 25 mmHg nur 5 %. Unter Berücksichtigung der wichtigsten demografischen Parameter war es für Patienten mit Normaldruckglaukom rechnerisch doppelt so wahrscheinlich, kognitive Einschränkungen aufzuweisen, wie für Patienten mit Hochdruckglaukom.

Einen Zusammenhang zwischen einer Myopie und dem Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit, wie ihn einige Wissenschaftler vermuten, fanden sie dagegen nicht. Bezogen die Autoren auch den Einfluss von Vorerkrankungen und anderen Risikofaktoren für eine Demenz ein, lag die Wahrscheinlichkeit für kognitive Beeinträchtigungen sogar 2,6-mal höher.

Quelle: Mullany S et al. Br J Ophthalmol 2021; DOI: 10.1136/bjophthalmol-2020-317461

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