Krebsbluttests Spiel mit der Angst

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Bluttests eignen sich zur Verlaufsbeobachtung, aber nur sehr eingeschränkt zur Früherkennung. Bluttests eignen sich zur Verlaufsbeobachtung, aber nur sehr eingeschränkt zur Früherkennung. © angellodeco - stock.adobe.com

Die DGHO* und weitere Fachgesellschaften warnen vor falschen Erwartungen an Bluttests zur Früherkennung von Tumorerkrankungen.

Neue Bluttests zur Früherkennung von Malignomen werden derzeit stark beworben und von den Kassen als zusätzliche Leistung angeboten. Ihr Nutzen ist jedoch keineswegs belegt. Die DGHO* und weitere Fachgesellschaften warnen deshalb vor falschen Erwartungen und plädieren für eine konsequente Anwendung der bisherigen Angebote. Die empfohlene Mammografie z.B. nimmt derzeit nicht einmal die Hälfte der eingeladenen Frauen wahr. 

Nicht verlässlich zur Früherkennung geeignet

Bluttests gelten zwar als Hoffnungsträger für eine einfachere Detektion kleiner Malignome. Als Tumormarker werden sie schon seit Jahrzehnten genutzt. Allerdings ist ihre Sensitivität und Spezifität begrenzt. Sie eignen sich zur Verlaufsbeobachtung, aber nur sehr eingeschränkt zur Früherkennung. Außerdem können positive Ergebnisse Ängste wecken. So weiß man heute, dass sich bei vielen älteren Menschen Hinweise auf eine chronische lymphatische Leukämie oder ein multiples Myelom finden, ohne dass sich diese Erkrankungen jemals manifestieren. Ein Bluttest könnte eine starke Verunsicherung auslösen.

* Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie

Quelle: Pressemitteilung DGHO