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Syphilis als Dauerbrenner – Erreger für zukünftige Resistenzen gut gerüstet

Autor: Dr. Susanne Gallus

Noch gibt es keine Resistenz gegen die Lues-Therapie mit Penicillin. Noch gibt es keine Resistenz gegen die Lues-Therapie mit Penicillin. © vchalup – stock.adobe.com
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Seit 2010 klettern die Syphilis-Zahlen stetig in die Höhe, berichtete Dr. Heinrich­ Rasokat­, Uniklinik Köln, im Rahmen des 14. Dermatologie-Update-Seminars.

Insbesondere stiegen die Lues-Inzidenzwerte in Ballungsgebieten wie Berlin oder Köln. Für Friedrichshain-Kreuzberg ermittelte das RKI eine Inzidenz von 95,4/100.000. In Köln nahm der Wert im Vergleich zu 2018 von 42 auf 58/100.000 zu.

Kritisch dabei ist die hohe genetische Plastizität des Erregers. Sie wurde entdeckt, als Forscher die Genome von T. pallidum ssp. pallidum verschiedener Regionen und Zeiten sequenzierten und verglichen. Diese Plastizität könnte erklären, warum seit Einführung der Azithromycin-Therapie 2005 heute schon fast 90 % der Isolate resistent sind.

Wie steht es um den Goldstandard Penicillin?

Bisher scheint eine Resistenz durch die hohe Bindungsaffinität der Abbauprodukte an die Penicillin-spaltende β-Laktamase von T. pallidum verhindert worden zu sein. Vielleicht ist alles aber nur eine Frage der Zeit, warnte Dr. Rasokat.

Quelle: 14. Dermatologie-Update-Seminar (Online-Veranstaltung)

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