Tuberkulose Vor allem multiresistente Keime schlagen auf die Lungenfunktion

Autor: Dr. Franziska Hainer

Der gewählte Zeitpunkt und die Qualität der Spirometrie zeigten in den ausgewerteten Studien eine große Spannbreite – mit Einfluss auf die Ergebnisse. Der gewählte Zeitpunkt und die Qualität der Spirometrie zeigten in den ausgewerteten Studien eine große Spannbreite – mit Einfluss auf die Ergebnisse. © Svitlana – stock.adobe.com

Tuberkulose schlägt erheblich auf die Lungenfunktion, sowohl in der Akutphase als auch danach. Der Einfluss auf Kapazität und Ventilation hängt unter anderem von der davon ab, wie sensibel die Erreger auf Medikamente sind.

Die Tuberkulose (Tbc) beeinträchtigt auch nach Ausheilen der Infektion die Lungenfunktion, so das Ergebnis einer Metaanalyse von Dr. Olena Ivanova, Ludwig-Maximilians-Universität München und Kollegen. 54 Studien mit den Daten von mehr als 14.000 Patienten hatte die Arbeitsgruppe für ihr Review gesichtet. Analysiert wurden Prävalenz, Art und Schwere der spirometrisch gemessenen Lungenfunktionsstörungen nach TB, wobei die Autoren zwischen der medikamentensensiblen Tbc und der Infektion mit multiresistenten Erregern unterschieden.

Lungenkapazität und Ventilation als Maßstab

Bei den Patienten mit sensiblen Erregern ergab die Spirometrie eine Einsekundenkapazität (FEV1) von durchschnittlich 76,6 % und eine forcierte Vitalkapazität (FVC) von 81,8 %. Resistente Keime führten zu einer stärkeren Beeinträchtigung (65,9 % FEV1 rsp. 76,0 % FVC).

Obstruktive Ventilationsstörungen lagen bei 22 % der Patienten mit sensiblen und 19 % mit multiresistenten Tbc-Erregern vor. Restriktive Störungen wiesen 23 % bzw. 22 % der Patienten auf. Der größte Unterschied fand sich mit bei den gemischten Ventilationsstörungen (15 % bzw. 43 % der Patienten). Nach GOLD*-Kriterien hatten bis zu 15 % der Betroffenen eine schwere Beeinträchtigung ihrer Lungenfunktion. Der Zeitpunkt der Spirometrie beeinflusste das Ergebnis: Unter und nach Tbc-Therapie nahm die Restriktion eher ab und obstruktive Ventilationsstörungen zu.

Die Autoren weisen auf einige Schwächen der Metaanalyse hin. So fehlten Daten zum Raucherstatus und zu Komorbiditäten, außerdem unterschieden sich die Qualität der Spirometrie und das Design der einzelnen Studien erheblich. Nichtsdestotrotz unterstreiche die Studie die Auswirkungen der Tbc auf die LuFu – vor allem bei einer Infektion mit multiresistenten Erregern.

* Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease

Quelle: Ivanova O et al. Eur Respir Rev 2023; 32: 220221; DOI: 10.1183/16000617.0221-2022