Abhilfe bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen

Die Entzündung aus der Nase ziehen

Allergologie im Kloster 2026
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Nasale Polypen lassen sich meist schon durch eine einfache Inspektion erkennen.

Eine chronische Rhinosinusitis beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich, erst recht, wenn sie mit nasalen Polypen einhergeht. Mit verschiedenen Therapiebausteinen lassen sich die Beschwerden aber effektiv lindern.

Die chronische Rhinosinusitis mit nasalen Polypen (CRSwNP) betrifft etwa 1–2 % der Bevölkerung. Große Probleme bereiten den Betroffenen unter anderem Anosmie und Schlafstörungen, berichtete Prof. Dr. Sietze Reitsma von der Universitätsklinik Amsterdam. Die Behandlung erfolgt stufenweise, sie startet mit intranasalen Steroiden und Nasenspülungen. Weitere Optionen sind dann orale Steroide, eine OP oder Biologika bei primärer diffuser Typ-2-Entzündung.

Der Stellenwert der OP wurde unter anderem in einer randomisierten Multicenterstudie mit 228 Teilnehmenden untersucht. Zum Vergleich standen eine medikamentöse Therapie plus begleitende OP und die Medikation allein. Nach drei Monaten zeigten die Operierten deutlich bessere Werte im SNOT-22-Score, nach einem Jahr war der Unterschied aber nur noch gering. Die chirurgische Gruppe brauchte allerdings weniger orale Steroide. Es scheint also, als biete die OP keine bessere langfristige Kontrolle als die konservativen Ansätze, sagte Prof. Reitsma. Er wies jedoch darauf hin, dass das auch an der Art des Eingriffs liegen könne. Denn häufig würden hinteres Ethmoid, Sphenoid und die Frontalhöhlen nicht mit einbezogen.

 

Biologika wirken bei schwerer Entzündung

Eine kleine, aber signifikante Kohorte von Patientinnen und Patienten mit schwerer CRSwNP erlebt allerdings durch traditionelle medikamentöse Therapie und/oder Sinuschirurgie nur für kurze Zeit eine Linderung, nämlich Menschen mit unkontrollierter Typ-2-Entzündung. Für sie sind laut Prof. Reitsma Biologika die beste Option. In den Niederlanden gibt es die meisten Daten zu Dupilumab. Unter dem Biologikum besserten sich in einer Studie mit 228 Betroffenen, die über zwei Jahre beobachtet wurden, alle untersuchten Krankheitsparameter signifikant. Und bei einem Großteil der Teilnehmenden konnte die Dosis im Verlauf reduziert werden.

In einer anderen Untersuchung erreichte fast die Hälfte (46 %) der Untersuchten mit schwerer CRSwNP eine Remission, also eine anhaltende Symptomkontrolle über ein Jahr. Prof. Reitsma hält daher Dupilumab in allmählich reduzierter Dosis für eine langfristig Erfolg versprechende Option bei unkontrollierter diffuser Typ-2-Entzündung.

Dr. Anja Braunwarth

Dr. Anja Braunwarth

Redakteurin Medical Tribune
Dr. Anja Braunwarth arbeitete nach dem Medizinstudium in Bochum zunächst mehrere Jahre als Ärztin in der Unfallchirurgie. Im Jahr 2000 wechselte sie in die Freiberuflichkeit und kombinierte Dienste als freie Notärztin mit einer Tätigkeit als Fernsehjournalistin. Ein paar Jahre später kam die Arbeit im Printmedium dazu, was 2008 in der bis heute bestehenden Festanstellung bei der Medical Tribune mündete.

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