AHA-Update: Diagnostik und Therapie der infektiösen Endokarditis
Die infektiöse Endokarditis bleibt lebensbedrohlich, und die Fallzahlen steigen. Die American Heart Association hat aktuelle Vorschläge zu Diagnostik und Management der Erkrankung veröffentlicht.
Die infektiöse Endokarditis bleibt eine lebensgefährliche Infektion mit hoher Mortalität und langfristigen Risiken für die Überlebenden. Die Inzidenz ist in den vergangenen Jahren gestiegen, die Epidemiologie der Erkrankung hat sich verändert. Der Anstieg der Fallzahlen geht auf intravenösen Drogenkonsum (vor allem in den USA), eine alternde Bevölkerung mit entsprechenden Begleiterkrankungen sowie auf mehr Implantate und bioprothetische Materialien zurück.
Das AHA-Statement: Leitfaden für schwierige Fälle
Die American Heart Association (AHA) hat ein Expertenteam unter Federführung von Prof. Dr. Daniel DeSimone von der Mayo Clinic in Rochester mit einem aktualisierten wissenschaftlichen Statement zur infektiösen Endokarditis beauftragt. Das Papier richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, die mit komplexen Fällen konfrontiert sind, die durch die entsprechenden Leitlinienempfehlungen oft nicht abgedeckt sind. Das Autorenteam formuliert dabei lediglich Vorschläge, formale Empfehlungen enthalten die AHA-Statements seit 2015 nicht mehr. Im Folgenden sind einige wichtige Punkte aus der Publikation aufgeführt.
Weitere Beiträge zur infektiösen Endokarditis:
Herzinsuffizienz, lokale Infektionsausbreitung und Embolierisiko können eine chirurgische Sanierung erforderlich machen: Wann wird bei Endokarditis eine Klappen-OP erforderlich?
Blutkulturen vor der ersten Antibiotikagabe und ergänzende Bildgebung können bei Endokarditisverdacht die Abklärung strukturieren: Wie man eine infektiöse Entzündung der Herzinnenhaut erkennt
Dieser Fallbericht zeigt, dass bei Personen mit künstlicher Herzklappe und unklaren Entzündungszeichen stets auch an spezielle Erreger gedacht werden muss: Hinter der kulturnegativen Endokarditis steckte ein todbringender Katzenkeim
Was bei Endokarditis nach einer TAVI hinsichtlich Risiko, Diagnostik und Nachsorge besonders zu beachten ist: Endokarditisrisiko: Mehr Aufmerksamkeit in der Nachsorge bei TAVI-Prozeduren
Grundlagen zu Früherkennung, Risikofaktoren und Prävention: Infektiöse Endokarditis: Selten, aber gefährlich
Ein multidisziplinäres Endokarditis-Team ist das zentrale Element in der Patientenbetreuung. Seine Beteiligung geht mit besseren Behandlungsergebnissen einher. Für die Diagnosestellung gelten die Duke/ISCVID*-Kriterien aus dem Jahr 2023, die moderne molekulardiagnostische und bildgebende Verfahren berücksichtigen. Die Kriterien von 2023 sind sensitiver als die von 2000, bei gleicher oder leicht geringerer Spezifität.
Herz-Bildgebung für zuverlässige Endokarditis-Diagnosen
Bei Verdacht auf infektiöse Endokarditis bleibt die Echokardiografie die Methode der ersten Wahl. Bei Befall von Prothesenklappen und elektronischen Herzimplantaten wird eine transösophageale Echokardiografie (TEE) auch dann durchgeführt, wenn die transthorakale Untersuchung unauffällig ist. Bei Nativklappen richtet sich die TEE nach Vortestwahrscheinlichkeit und Risikofaktoren. Ist die Echokardiografie nicht eindeutig, hilft die Computertomografie weiter. Sie weist vor allem bei Prothesen-Endokarditis paravalvuläre und periprothetische Komplikationen nach.
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