KI schafft neue Spannungsfelder in der Arzt-Patienten-Beziehung
Besser informierte Patientinnen und Patienten sind von Vorteil – oder vielleicht doch nicht? Wenn die Nutzung von Künstlicher Intelligenz bei Gesundheitsthemen zu Zweifeln, Ängsten, Beschwerden oder Therapieabbrüchen führt, stellt sich die Frage: Worauf müssen sich Ärztinnen und Ärzte künftig einstellen?
Künstliche Intelligenz (KI) erobert den Praxis- und Klinikalltag in rasanter Geschwindigkeit – nicht nur durch spezielle Anwendungen für Ärztinnen und Ärzte (siehe hierzu der Medical-Tribune-Artikel „KI in der Hausarztpraxis – was heute schon geht"). Auch immer mehr Patientinnen und Patienten nutzen bei medizinischen Fragen KI, etwa die großen Sprachmodelle wie ChatGPT, Gemini oder Claude.
KI-gestützte Patienteninformation: Chancen und Risiken
Richtig eingesetzt können die Chatbots durchaus dabei helfen, Fachbegriffe und Befunde besser zu verstehen und sich aktiver an medizinischen Entscheidungen zu beteiligen, meint ein Team um Dr. Benjamin Marchandot von der Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Straßburg in einem Viewpoint. In der Realität sehe das jedoch oft anders aus: Fehlinformationen und Fehlinterpretationen KI-generierter Antworten verstärken Ängste und Zweifel an Behandlungsempfehlungen, das Potenzial für Konflikte und Beschwerden wächst.
„KI kann die Gesundheitsversorgung nur dann verbessern, wenn Patientinnen und Patienten wissen, wie man sie anwendet, und wenn sie die Grenzen der Technologie verstehen”, meinen Dr. Marchandot et al. Entscheidend sei daher, Betroffene an einen sinnvollen und kritischen Umgang mit den Chatbots heranzuführen. Dazu gehöre, sie darüber aufzuklären, was KI heutzutage im Bereich der Medizin leisten kann und was nicht, welche Informationen keinesfalls preisgegeben werden sollten und wann die individuelle ärztliche Beurteilung zwingend erforderlich ist. Eine Art Chatbot-Leitfaden könnte aus Sicht des Autorenteams die praktische Umsetzung erleichtern.
Rechtliche Unsicherheiten durch KI-Einsatz nehmen zu
Um das Konfliktpotenzial zu senken, sollte der Einsatz von KI im praktischen und klinischen Alltag verantwortungsvoll und transparent gestaltet werden. Da nach wie vor die letzte Entscheidung beim Fachpersonal bleibt, könnte dies zukünftig bedeuten, von der KI-Empfehlung abweichende Vorgehensweisen zu dokumentieren und zu begründen. Von Bedeutung ist dabei auch, ob und in welchem Umfang eine Therapieentscheidung auf Patientenseite durch einen Chatbot beeinflusst wurde. Insgesamt geht das Autorenteam von einem steigenden Aufwand für Dokumentation und Kontrolle aus, insbesondere weil rechtliche Verantwortlichkeiten bislang nicht abschließend geklärt sind.
Loggen Sie sich ein
Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und dürfen nur ausgewiesenen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugänglich gemacht werden. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie zu dieser Zielgruppe gehören, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren würden! Im Anschluss erhalten Sie sofortigen Zugang zu diesem und vielen weiteren, interessanten Inhalten zu medizinisch-wissenschaftlichen Fachthemen! Aktuelle News, spannende Kongressberichte, CME-Fortbildungen und vieles mehr erwarten Sie! Wir freuen uns auf Sie! Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und dürfen nur ausgewiesenen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugänglich gemacht werden. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie zu dieser Zielgruppe gehören, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren würden! Im Anschluss erhalten Sie sofortigen Zugang zu diesem und vielen weiteren, interessanten Inhalten zu medizinisch-wissenschaftlichen Fachthemen! Aktuelle News, spannende Kongressberichte, CME-Fortbildungen und vieles mehr erwarten Sie! Wir freuen uns auf Sie!
Bei Google bevorzugen
Sie möchten bei der Suche nach aktuellen Entwicklungen häufiger unsere Beiträge sehen? Dann fügen Sie uns jetzt zu Ihren bevorzugten Quellen hinzu.
Als bevorzugte Quelle auswählen