Zurück zu Digitalis bei Herzinsuffizienz?
Lange Zeit war Digitalis zur Therapie der Herzinsuffizienz komplett out, da es heute besser wirksame Substanzen gibt. In den neuen ESC-Leitlinien ist Digitalis aber als mögliche Zusatztherapie wieder aufgeführt. Wer profitiert und bei wem sollte man besser die Finger vom Fingerhut lassen?
Vor fast 30 Jahren wurde die DIG*-Studie publiziert, erinnerte Dr. Christoph Stadelmaier, Klinik für Herz- und Lungenkrankheiten am Klinikum Fürth. Darin erhielten Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz Digoxin zusätzlich zur damaligen Standardtherapie aus Furosemid und ACE-Hemmer. Das wirkte sich günstig auf den kombinierten Endpunkt aus Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz aus. Weil die Gesamtmortalität nicht sank, wurde die Studie aber als negativ bewertet. Eine neue Studie (Digit-HF**) aus dem Jahr 2025 mit Digitoxin und ähnlichem Design bestätigte den Nutzen mit einer Number needed to treat (NNT) von 22. Diese Studie lieferte die Rechtfertigung, Digitalis in die Empfehlungen der neuen ESC-Leitlinie Herzinsuffizienz aufzunehmen. Neben der Basistherapie mit den „Fantastic Four“ (ACE-Hemmer/Sartane/ARNI, Betablocker, SGLT2-Hemmer und Aldosteronantagonisten) ist Digoxin/Digitoxin unter Zusatztherapie gelistet.
Führt Digitalis bei Herzinsuffizienz zur Übersterblichkeit?
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