Kochsalzlösung lässt Fußsohlenwarzen verschwinden
Für gewöhnlich geht man gegen Plantarwarzen aggressiv mit Säure, Kälte oder Hitze vor. Offenbar geht es aber auch ganz schmerzfrei, indem man die Füße in Salzwasser badet.
„Warzen, insbesondere Plantarwarzen, können nicht nur den Patienten, sondern auch den Arzt wahnsinnig machen, weil so wenig dagegen hilft“, machte Prof. Dr. Peter Höger vom Katholischen Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg deutlich. Manche greifen zum Äußersten und lassen sie chirurgisch entfernen. „Das sollte man auf keinen Fall tun, weil man niemals alle infizierten Areale aus der Fußsohle rausbekommt, sondern die Kinder invalidisiert und Warzen noch leichteres Spiel haben, weil sie dann unter der Narbe weiter wachsen können.“ Die OP sei nur bei filiformen – also nach außen wachsenden – Verrucae im Gesicht eine Option.
Therapievorschläge reichen von Säure bis Schneckenblut
Ansonsten gibt es kaum etwas, das nicht gegen Fußsohlenwarzen helfen soll. Die Palette reicht von chemischen Therapieoptionen wie dem Einsatz von Säuren, Aldehyden und Antimetaboliten über physikalische und immunologische Methoden wie CO2-Laser oder Zink bis hin zu „magischen“ Verfahren wie dem Auftragen von Schneckenblut und Knoblauch. Evidenzbasiert sei aber nur die Anwendung von Salicylsäure, erläuterte der Referent.
Besonders sympathisch findet Prof. Höger die immunologische Option der HPV-Impfung. Es bestehen nämlich Kreuzreaktionen zwischen den Impf- und den Vulgärantigenen, sodass zumindest statistisch gesehen Geimpfte seltener an Plantarwarzen leiden, erläuterte er.
Eine weitere Option ist „hochrangig publiziert worden, aber methodisch fragwürdig“. Eine Forschergruppe aus China hat bei 17 Jugendlichen und Erwachsenen mit jeweils mindestens zwei Plantarwarzen, bei denen mindestens zwei Standardtherapien nicht zum Erfolg geführt hatten, eine recht simple Methode getestet: Über acht Wochen badeten die Betroffenen ihre Füße täglich 30 Minuten lang in einer gesättigten Kochsalzlösung.
Eine Kontrollgruppe gab es in der Untersuchung nicht. Es handelte sich um eine einarmige Open-Label-Single-Center-Studie, was „eigentlich ein No-Go“ ist, wie der Kollege zu bedenken gab.
98 % der Plantarwarzen verschwanden durch die Fußbäder
Nach der achtwöchigen Behandlung waren 98 % der Warzen verschwunden (232 von 236). Insgesamt erreichten 15 der 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine vollständige Remission. Innerhalb von sechs Monaten traten keine Rezidive auf. „Ich bin mir sicher, dass die Ergebnisse nicht gefälscht sind“, lautet die Einschätzung des Referenten.
Diskutiert wird, dass die hohe Salzkonzentration zu einer verstärkten Expression von LL-37 führt. Dabei handelt es sich um ein antimikrobielles Peptid, das Teil der angeborenen Immunantwort ist und zur Apoptose körpereigener Zellen führt. Da Kochsalz per se inert ist und weil er die Ergebnisse so überzeugend findet, will Prof. Höger die neue Methode bei seinem nächsten Adoleszenten mit Plantarwarzen ausprobieren.