Tularämie nach Fledermauskontakt täuschte Lungenkrebs vor
Eine Raumforderung im Oberlappen, vergrößerte mediastinale Lymphknoten – die CT eines 63-Jährigen weckte unweigerlich den Verdacht auf ein Lungenkarzinom. Doch die entscheidende Spur führte auf einen Dachboden und zu einer überraschenden Diagnose.
Der Mann präsentierte sich mit hohem Fieber, Husten und Nachtschweiß, was zunächst an eine Infektion denken ließ, berichtet das Team um Dr. Lisa Larcher vom Stadtspital Zürich Triemli. Eine Antibiotika-Therapie mit Amoxicillin/Clavulansäure schlug jedoch nicht an, und die Thorax-CT machte die Sache komplizierter: Im rechten Oberlappen fand sich eine Raumforderung mit mediastinaler und hilärer Lymphknotenbeteiligung – radiologisch durchaus vereinbar mit einer pulmonalen Neoplasie.
Akuter Verlauf sprach gegen einen Tumor
Gegen einen Tumor sprach allerdings der ungewöhnlich akute Verlauf, schreibt die Arbeitsgruppe. Kurz zuvor hatte der Patient Renovierungsmaßnahmen in seinem Ferienhaus vorgenommen. Auf dem Dachboden sei er dabei mit mehreren toten Fledermäusen in Kontakt gekommen. Etwa zwei Tage später waren dann Fieber und produktiver Husten aufgetreten.
Damit rückte eine seltene Zoonose in den Fokus: die respiratorische Tularämie durch das Bakterium Francisella tularensis. Der Erreger kann unter anderem durch das Einatmen kontaminierten Staubs übertragen werden. Gerade bei Arbeiten in Gebäuden, in denen sich Wildtiere aufhalten, kann eine solche Exposition relevant sein. Die Erkrankung ist in Europa selten – jährlich gibt es rund 800 Fälle – sollte bei entsprechendem Kontakt aber berücksichtigt werden.
Doch damit war der Tumorverdacht noch nicht vom Tisch, weshalb der Mann zunächst weiter intensiv untersucht wurde. Bronchoskopie und EBUS-TBNA* wurden durchgeführt, um die mediastinalen Lymphknoten abzuklären, zusätzlich erfolgte thorakoskopisch die Biopsie eines Rundherds. Histologisch zeigte sich eine Entzündung, kein Hinweis auf Malignität.
Loggen Sie sich ein
Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und dürfen nur ausgewiesenen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugänglich gemacht werden. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie zu dieser Zielgruppe gehören, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren würden! Im Anschluss erhalten Sie sofortigen Zugang zu diesem und vielen weiteren, interessanten Inhalten zu medizinisch-wissenschaftlichen Fachthemen! Aktuelle News, spannende Kongressberichte, CME-Fortbildungen und vieles mehr erwarten Sie! Wir freuen uns auf Sie! Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und dürfen nur ausgewiesenen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugänglich gemacht werden. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie zu dieser Zielgruppe gehören, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren würden! Im Anschluss erhalten Sie sofortigen Zugang zu diesem und vielen weiteren, interessanten Inhalten zu medizinisch-wissenschaftlichen Fachthemen! Aktuelle News, spannende Kongressberichte, CME-Fortbildungen und vieles mehr erwarten Sie! Wir freuen uns auf Sie!
Bei Google bevorzugen
Sie möchten bei der Suche nach aktuellen Entwicklungen häufiger unsere Beiträge sehen? Dann fügen Sie uns jetzt zu Ihren bevorzugten Quellen hinzu.
Als bevorzugte Quelle auswählen