Über kurz oder lang – Long COVID: Die Psychofalle
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Noch immer hält sich das Vorurteil hartnäckig, dass Long COVID sowie ME/CFS zu einem großen Teil psychosomatisch seien. Dieser Ansicht sind auch manche Ärzte – und speisen Betroffene mit einer F-Diagnose ab. Dr. Cornelia Werner hat mit Diplom-Psychologin Bettina Grande und Internistin Dr. Anna Brock über ihre Erfahrungen gesprochen.
Bettina Grande hat in ihrer Heidelberger Praxis bereits einige Patienten mit Long COVID oder ME/CFS behandelt. Sie weiß: Manchmal reicht es bereits, wenn einem Patienten im Arztgespräch eine Träne herunterläuft. „Dann heißt es gleich ‚Ich sehe doch: Sie sind depressiv!‘. Wenn das die Reaktion ist, dann ist das wirklich fatal.“
Anna Brock war neben ihrer ärztlichen Tätigkeit als Leistungssportlerin aktiv – bis sie selbst nach einer SARS-CoV-2-Infektion an ME/CFS erkrankte. „Man spürt, wenn man psychisch stabil ist, absolut klar, wie organisch diese Veränderungen sind“, sagt sie. „Mir war ganz klar: Es ist nicht die Psyche. Aber Patienten werden in die Psycho-Ecke gedrängt.“
Darüber, dass Long COVID und ME/CFS keine psychischen Erkrankungen sind, sind sich die Kolleginnen einig. Warum die Psychotherapie trotzdem einen wichtigen Platz in der Behandlung von Betroffenen hat, besprechen sie in dieser Folge von O-Ton Allgemeinmedizin.
Weitere Informationen:
Bettina Grande auf Twitter: @GrandeBettina
Dr. Anna Brock auf Twitter: @BrockAnnaDr
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