Hypomagnesiämie im Praxisalltag

Wer benötigt bei Magnesiummangel welche Therapie?

Aus der Fachliteratur
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Stand: 
|Lesezeit: 4 Min
Auch wenn ein Magnesiummangel zufällig entdeckt wird, sollte man der Ursache auf den Grund gehen.

Eine leichte bis moderate Hypomagnesiämie fällt häufig nur als Laborbefund auf. Aber auch wenn klinische Symptome fehlen, benötigen Betroffene Aufmerksamkeit. Das gilt vor allem für Menschen mit Typ-2-Diabetes.

Niedrige Mg-Spiegel sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Bei 2–5 % finden sich Serumkonzentrationen ≤ 0,7–0,75 mmol/l, bei 14–15 % liegen sie maximal bei 0,76 mmol/l. Ab welchem Wert man tatsächlich von einem Defizit ausgehen kann, ist unklar. Es gibt keinen standardisierten Referenzbereich, schreibt eine Arbeitsgruppe um Felicity Knights, City St George’s, University of London. Zudem korreliert die Konzentration im Serum nur schlecht mit der im Organismus gespeicherten Magnesiummenge, die immerhin 99,7 % ausmacht. Ein Serumwert sollte daher immer in Relation zu vorhandenen Symptomen und potenziellen Ursachen betrachtet werden, fordern die Kolleginnen und Kollegen.

Bei manifestem Magnesiumdefizit dominieren neuromuskuläre Störungen

Ein leichter bis moderater Mg-Mangel (0,5–0,7 mmol/l) macht sich klinisch oft gar nicht bemerkbar, bei Spiegeln < 0,4–0,5 mmol/l treten dagegen häufig Beschwerden auf. Meist kommt es primär zu neuromuskulären Störungen. Bei schwerem oder lang andauerndem Defizit drohen kardiovaskuläre Symptome, wobei Brustschmerz, Kurzatmigkeit, Schwindel und Ohnmacht auch Folge defizitbedingter Herzrhythmusstörungen sein können. Appetitlosigkeit, Übelkeit und psychische Veränderungen finden sich ebenfalls auf der Liste klinischer Manifestationen (s. Tabelle).

Symptome der Hypomagnesiämie

Nerven und Muskeln

beeinträchtigte Koordination
Parästhesien
Tremor
Schwäche, Lethargie
muskuläre Spasmen, Krämpfe, Koma

Herz und Gefäße

Herzrhythmusstörungen
ggf. in der Folge Benommenheit,
Ohnmacht, Kurzatmigkeit, Brustschmerz

Psyche/Verhalten

Verwirrtheit
Irritabilität
Persönlichkeitsveränderungen
Depressionen
Psychosen
Appetitlosigkeit
Übelkeit

Erste Maßnahme: Auslöser der Hypomagnesiämie suchen und ausschalten

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