Dermafiller: Beim Aspirieren zur Sicherheit lieber mal auf drei zählen
Die Injektion von Dermafillern, gehört für viele zum Arbeitsalltag. Allerdings sollte man trotz aller Gewohnheit, nie vergessen, dass dabei auch einiges schief laufen kann.
Moderne Dermafiller sind schnell injiziert. Obwohl heutige Produkte deutlich sicherer und nebenwirkungsärmer sind als ihre Vorgänger, muss man sich stets die potenziellen Risiken vor Augen führen. Beispielsweise besteht immer die Gefahr einer intravaskulären Injektion.
Gerade im Gesicht gebe es jede Menge Bereiche, z.B. Mandibula (A. facialis) und Nase (A. angularis), in denen man ein großes Gefäß treffen könne. Und über Rezirkulationskreisläufe droht ein Verschluss der A. centralis retinae sowohl bei Injektionen in der unteren Gesichtshälfte als auch in der Temporalregion.
Versehentlich den Schädel perforiert
Mit Hyaluronidase lässt sich evtl. das Augenlicht retten
Die Sofortmaßnahmen in diesem Fall lauten: unverzügliche Injektion von Hyaluronidase („flood-the-field“) sowie eine leichte Massage mit feucht-warmen Kompressen. Möglich sind auch ASS und niedermolekulares Heparin. Wie viel Letztere allerdings noch ausrichten können, lässt der Experte offen. „Wenn einmal die Arteria centralis retinae okkludiert ist, dann ist Matthäi am Letzten“, warnte er. Die Empfehlung, einen solchen Patienten schnell in einem spezialisierten Augenzentrum mit retro-und peribulbären Hyaluronidaseinjektionen zu versorgen, scheint in der Praxis zumindest kaum praktikabel. Zum einen müsste der Wirkstoff direkt einsatzbereit verfügbar sein. Zum anderen müsste der Kollege aus der Ophthalmologie auf jegliche Eigenanamnese verzichten und ohne Überlegung bei einem ihm unbekannten Patienten – am besten noch direkt im RTW – die Hyaluronidase in hohem Volumen peribulbär injizieren, so Prof. Dirschkas Begründung.Quelle: 15. Dermatologie-Update-Seminar