Psoriasis-Bewertung

Neues Tool misst Psoriasis-Schwere schnell

Aus der Fachliteratur
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Mit dem Gulliver-Gestalt-Psoriasis Area Severity Estimate (G2-PASE) lässt sich die Krankheitsschwere bei Patientinnen und Patienten wohl schneller einschätzen als mit dem PASI.

Der PASI gilt als Goldstandard, ist im Alltag aber sperrig. Mit einem neuen Score lässt sich die Krankheitsschwere bei Plaque-Psoriasis schneller und dennoch präzise erfassen. Er wurde validiert an über 1.000 Erkrankten.

Der Schweregrad ist für die Therapiewahl der Plaque-Psoriasis und die Beurteilung des Behandlungserfolgs entscheidend. Als Standard gilt der PASI (Psoriasis Area and Severity Index). Er ist im Behandlungsalltag wegen seines Aufwands jedoch oft wenig praktikabel, heißt es in einer Veröffentlichung des Dermatologen Dr. Wayne Gulliver, St. John’s, und seiner Kolleginnen und Kollegen. Andere Scores wie PGA (Physician Global Assessment) und BSA (Body Surface Area) sind zwar simpler, erfassen den Schweregrad jedoch nicht immer präzise, so die Forschenden. Zudem korrelieren die beiden Scores oft nur schwach mit dem PASI.

Was macht den G2-PASE präziser als einfache Scores?

Das Team hat daher den Gulliver-Gestalt-Psoriasis Area Severity Estimate (G2-PASE) entwickelt: Dieser ermöglicht eine schnelle Einschätzung des Schweregrads, indem er Parameter wie PGA und BSA einbezieht, die in der klinischen Praxis ohnehin routinemäßig erfasst werden. Das Tool berücksichtigt dabei eine nichtlineare Gewichtung des BSA, wodurch es besser auf das nichtlineare Gewichtungssystem des PASI abgestimmt ist als andere Verfahren (siehe Kasten). In ersten kleineren Studien zeigte der G2-PASE eine sehr gute Korrelation und Reliabilität im Vergleich zum PASI.

So berechnet sich der G2-PASE-Score

G2-PASE = PGA × 3 × BSAX

Der Exponent x für den Gestalt-BSA-Score ergibt sich wie folgt: 
BSA < 10 % : x = 1BSA 10 %–30 % : x = 2 BSA > 30 % : x = 3

Der konstante Multiplikator beim PGA soll die qualitativen Intensitätsfaktoren abbilden, die in den PASI einzählen. In diesem Fall ist dies 3 für Rötung, Schuppung und Verhärtung.

Im nächsten Schritt validierten die Forschenden das neue Tool in einer kanadischen Kohorte bestehend aus 1.803 Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis aus 37 Zentren des kanadischen Patientenregisters PSOLAR (Psoriasis Longitudinal Assessment and Registry). Die G2-PASE-Scores berechneten sie anhand von Baseline-Daten von PGA und BSA.

Der durchschnittliche PASI bei Baseline betrug 5,52, für den G2-PASE errechnete das Team einen durchschnittlichen Wert von 8,37. Die Ergebnisse zeigten eine sehr starke Korrelation (Pearson’s r 0,83) zwischen PASI und G2-PASE über das gesamte Spektrum der Erkrankungsschwere (PASI 0–64). Die Reliabilität des G2-PASE erwies sich mit einem Cronbachs Alpha von 0,91 als exzellent.

Potenzial für eine konsistente Verlaufsbewertung

Demnach eignet sich das Tool als schnell anzuwendende Alternative zum PASI. Das Autorenteam betont, dass frühere G2-PASE-Werte retrospektiv aus vorhandenen Daten berechnet werden können. Dies ermöglicht eine konsistente Einschätzung des Schweregrads, auch wenn der PASI ursprünglich nicht erhoben wurde. Die Forschenden empfehlen jedoch weitere Validierungen in longitudinalen und internationalen Patientenkohorten, bevor das neue Tool als Standardinstrument etabliert wird.

Gulliver WP et al. JEADV Clinical Practice 2026; doi: 10.1002/jvc2.70293

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