Thermoregulation unterstützen

Mit Nadeln gegen Hitzewallungen und Schweiß?

Aus der Fachliteratur
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Frauen in der Menopause und Brustkrebspatientinnen können von übermäßigem Schwitzen betroffen sein - hilft Akupunktur?

Akupunktur gegen Hitzewallungen und starkes Schwitzen klingt vielversprechend. Doch die Evidenz bleibt lückenhaft: Bisher am besten untersucht ist der kurzfristige Effekt bei menopausalen Frauen und Brustkrebspatientinnen.

Hyperhidrose und Probleme mit der Thermoregulation, sei es durch die Menopause oder als Therapiefolge, können Betroffene im Alltag oft stark einschränken. Akupunktur wird als mögliche nicht­medikamentöse Behandlung für übermäßiges Schwitzen diskutiert. Aber wie gut ist ihre Evidenz? 

Das Team um ­Guangming ­Lu von der Guangzhou University of Chinese Medicine in Dongguan wertete verschiedene Arbeiten – klinische Untersuchungen, randomisierte klinische Studien (RCT) und Metaanalysen – zu Akupunktur­methoden aus, die sich auf die Behandlung von primärer Hyperhidrose, emotionalem oder paraneoplastischem Schwitzen und Hitzewallungen bei menopausalen Frauen und Brustkrebspatientinnen konzentriert hatten. Berücksichtigt wurden klassische Akupunktur oder alternative Ansätze wie Elektroakupunktur, Ohrakupunktur oder Feuernadeln. Ein besonderes Augenmerk lag auf der methodischen Qualität der Arbeiten, den angewandten Protokollen und der Stabilität positiver Effekte.

Dünne Evidenz bei primärer Hyperhidrose

Die Datenlage zur Akupunktur ist derzeit dünn, berichtet die Expertengruppe. Bei der primären Hyperhidrose waren es oft nur vorläufige Ergebnisse aus kleinen, nicht kontrollierten Studien, die eine Wirkung andeuten. Die bisher belastbarsten Ergebnisse lagen für Hitzewallungen bei menopausalen Frauen und Patientinnen mit Mammakarzinom vor. Zum Beispiel belegte eine Übersichtsarbeit aus 19 RCT und Metaanalysen mit mehr als 1.100 peri- und postmenopausalen Frauen eine zumindest kurzfristige Verbesserung vasomotorischer Symptome hinsichtlich des Auftretens und der Intensität. 

Warum hochwertige Langzeitstudien jetzt entscheidend sind

Eine weitere systematische Untersuchung, die 13 RCT mit mehr als 840 Brustkrebspatientinnen, die für einen hormonellen Therapieansatz nicht infrage kamen, einschloss, ergab, dass Akupunktur im Vergleich zu keiner Behandlung oder einer Scheinakupunktur die Häufigkeit und Schwere der Hitzeschübe vorübergehend deutlich senkte. Gleichwohl klangen die positiven Effekte meist etwa drei Monate nach der Behandlung wieder ab. Um die Datenlage zu verbessern, wären groß angelegte, kontrollierte Studien mit langen Nachbeobachtungszeiträumen wichtig. Nur so könne eine Akupunktur sinnvoll in die Behandlung von Thermo­regulationsstörungen eingebunden werden.

Es wird angenommen, dass die Akupunktur das vegetative Nervensystem und die thermoregulatorischen Zentren im Hypothalamus beeinflusst, indem sie bestimmte Botenstoffe (Neuropeptide) moduliert. Die genauen Abläufe sind noch nicht vollständig verstanden, heißt es im Fazit der Autorengruppe.

Lu G et al. Complement Ther Med 2026; doi: 10.1016/j.ctim.2026.103337

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