Skabies-Therapie im Vergleich

Permethrin-Creme schlägt Ivermectin bei Skabies

Aus der Fachliteratur
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Permethrin-Creme wird an zwei Tagen von Kopf bis Fuß aufgetragen. Es tötet die Milben indem es deren Natriumkanäle in den Nervenzellen blockiert.

Creme oder Tablette – welche Therapie bezwingt Skabies zuverlässiger? Eine französische Studie mit über 1.000 Betroffenen liefert eine klare Antwort: Permethrin erzielte anTag 28 eine Heilungsrate von 89 % gegenüber 72 % unter Ivermectin.

Permethrin-­Creme ist zur Erstlinienbehandlung der klassischen Skabies besser geeignet als die systemische Gabe von Ivermectin, dies belegen Studienergebnisse aus Frankreich. In die cluster-randomisierte klinische Studie SCRATCH* hatten Forschende 249 Indexfälle – Kinder mit einem Körpergewicht > 15 kg und Erwachsene – von dermatoskopisch bestätigter Skabies aus 28 dermatologischen Zentren eingeschlossen. 

Die Betroffenen wurden nach dem Zufallsprinzip einer Behandlung mit Ivermectin oder Permethrin zugeteilt. Jeder Indexfall bildete mit seinem Haushalt ein Patientencluster. Die bis zu acht Personen ab einem Alter von zwei Monaten erhielten jeweils die gleiche Therapie. Nur Kinder mit einem Körpergewicht < 15 kg wurden automatisch der topischen Therapie zugeteilt.

An zwei Tagen wird von Kopf bis Fuß eingecremt

Insgesamt erhielten 507 Personen aus 142 Haushalten eine Behandlung mit Ivermectin p. o. in einer Dosierung von 200 µg/kg, 568 Teilnehmende aus 147 Haushalten wurden mit 5%iger Permethrin-Creme behandelt, die an Tag 0 und Tag 10 von Kopf bis Fuß aufgetragen wurde. 

Absoluter Unterschied lag bei 17 Prozentpunkten

Primärer Endpunkt war die klinische Heilung der Skabies an Tag 28. Der Therapieerfolg auf Clusterebene betrug 72 % unter Ivermectin vs. 89 % unter Permethrin. Auch in den Analysen der Indexfälle (77 % vs. 92 %) und der Teilnehmenden insgesamt (85 % vs. 94 %) schnitt Ivermectin schlechter ab. Kutane Nebenwirkungen wurden unter Permethrin (15,6 %) etwas häufiger beobachtet als unter Ivermectin (11,9 %). 

Permethrin erwies sich statistisch als überlegen, so das Team um Prof. Dr. Franck ­Boralevi, Universitätsklinikum Bordeaux. Bei der Therapieentscheidung sollten jedoch immer individuelle Aspekte wie mögliche Compliance, Adhärenz, Resistenzmuster und der Hautzustand der Betroffenen berücksichtigt werden, fügen sie einschränkend hinzu.sd

*Scabies Randomised Trial in Children and Adults

Boralevi F et al. BMJ 2026; 392: e086277; doi: 10.1136/bmj-2025-086277

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