Pankreaskarzinom: Wenn Diabetes zum Alarmsignal wird
Ein neu aufgetretener Diabetes bei Über-50-Jährigen kann ein Warnsignal für ein Pankreaskarzinom sein. Studien belegen ein deutlich erhöhtes Risiko, insbesondere nach Pankreatitis, begleitet von HbA1c-Anstieg und ungewolltem Gewichtsverlust.
Diabetes kann ein Warnzeichen für ein Pankreaskarzinom sein. Vor allem bei Menschen über 50 Jahre ohne metabolische Risikofaktoren mit Typ-2-Diabetes solle man an einen solchen Tumor denken, erklärte Prof. Dr. Jörg Bojunga, Medizinische Klinik 1 der Universitätsmedizin Frankfurt.
Weitere Red Flags sind u. a. unbeabsichtigter Gewichtsverlust von mindestens 5 % über 6–12 Monate, die rasche Verschlechterung des HbA1c (≥ 1,5 % innerhalb von 3–6 Monaten) oder die frühe Eskalation der Therapie. Nicht immer liegt die Ursache für entgleisende Blutzuckerwerte in fehlender Adhärenz, meinte der Referent.
Die höchste Wahrscheinlichkeit, mit Diabetes ein Pankreaskarzinom zu entwickeln, haben Personen, die infolge akuter Pankreatitis neu an Diabetes mellitus erkrankt sind. Im Vergleich zu Menschen ohne die Stoffwechselstörung und Pankreatitis ist das Risiko mehr als vierfach erhöht. In den ersten drei Diabetesjahren muss man von einem Anstieg auf das Achtfache ausgehen. Wird mit Insulin behandelt, ist das Risiko sogar17-fach höher.
Verlauf der Pankreatitis bestimmt Diabetesrisiko
Wie oft eine Pankreatitis wiederum zu Diabetes führt, hängt vor allem vom Krankheitsverlauf ab, so der Kollege weiter. Einer aktuellen Studie zufolge steigert eine schwere Erkrankung die Diabetesgefahr um mehr als420 %, die Notwendigkeit, auf der Intensivstation behandelt zu werden, um knapp 400 %. Eine Nekrosektomie erhöht das Risiko um 67 %.
21. Diabetologie-Update-Seminar