Netzwerken, neues Wissen und Erfahrungsaustausch beim ersten Expertenforum für Adipositasberater*innen

Adipositastherapie wieder neu gedacht

Interview
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|Lesezeit: 3 Min
Teilnehmende eines Fachforums sitzen in einem Seminarraum und hören einem Referenten zu, der vorne vor einer Projektionsfläche steht.

Das neue zweitägige Expertenforum wurde für alle Adipositasberater*innen DAG-DDG entwickelt, die sich weiter fortbilden möchten. Was die Teilnehmenden erwarten können, erklärt Angelika Deml, u. a. Adipositasberater*in DAG-DDG, die das Forum mit konzipiert hat und selbst Referentin ist.

© Angelika Deml
Angelika Deml, Angelika Deml, Bildungsreferentin Katholische Akademie Regensburg, Mitglied im Ausschuss QSW der DDG

Wie kam die Idee auf, ein solches Expertenforum anzubieten?

Für Diabetesassistent*innen und Diabetesberater*innen hat die DDG eine Fortbildungspflicht formuliert. Für Adipositasberater*innen wurde diese Pflicht noch nicht festgeschrieben, aber auch sie sind dazu angehalten. Allen, die den Kurs zur Adipositasberater*in absolviert haben, möchten wir deshalb durch das Expertenforum anbieten, am Thema dranzubleiben. Das hängt auch damit zusammen, dass es das DMP Adipositas zwar schon gibt, es aber noch nicht konkret umgesetzt wird. In einigen Einrichtungen wurde allerdings schon ein strukturiertes Betreuungsangebot für adipöse Menschen etabliert, die Selbstzahler oder Privatpatienten sind. Das Expertenforum bietet die Möglichkeit, sich u. a. darüber auszutauschen, also z. B. über die Abrechnung und über Werbung und Marketing. Ich finde, es gibt keine bessere Gelegenheit, um diesen Austausch zu ermöglichen.

Also geht es um Wissensvermittlung und Erfahrungsaustausch.

Genau. Natürlich geht es darum, das Wissen auf dem neuesten Stand zu halten, aber es soll auch genug Raum bleiben, um von den anderen zu erfahren, was aus der Fortbildung entstanden ist. Netzwerken, Erfahrungsaustausch und auch Geselligkeit und Spaß sind wichtig!

Was könnte die Teilnehmenden besonders interessieren?

Ich denke, sie sind vor allem an Erfahrungswissen interessiert: Wie kann die Adipositasbegleitung in der eigenen Einrichtung zum Fliegen gebracht werden, wo sind Stolpersteine und Grenzen? Eine ganz klare Grenze ist, dass die Betreuung von adipösen Menschen in den ambulanten Versorgungseinrichtungen keine Leistung der GKV ist. Und wie gesagt: Das DMP wird noch nicht konkret umgesetzt.

Klar ist – und das zeigen auch Evaluationen –, dass wir für die Fortbildung zur Adipositasberater*in sehr gutes Feedback bekommen, dass sie bereichernd ist für die eigene Kompetenz, denn: In der Arbeit mit Menschen mit Diabetes begegnet man ja tagtäglich Menschen, die gleichzeitig auch adipös sind. Adipositasberater*innen haben für die Arbeit mit ihnen dafür viel mehr Werkzeuge zur Verfügung.

Welches neue Wissen soll beim Expertenforum vermittelt werden?

Bei den Medikamenten gibt es neue Entwicklungen, z. B. die GLP1-Analoga in neuen Dosierungen und Darreichungsformen, außerdem geht es um metabolische Adaption, Exercise Snacks und neue Ideen und Tools, wie die Selbstwirksamkeit der Menschen in der Beratung gestärkt werden kann.

Welche Referierenden sind dabei?

Das sind Diabetes- und Adipositasberaterin Regine Werk und ich selbst, außerdem Christian Brinkmann, Professor für Fitness und Gesundheit an der IST-Hochschule in Düsseldorf, die Ernährungsberaterin und Diabetestherapeutin Stephanie Tölle aus Zürich und Stephanie Zopp von der LMU München, die uns ein medizinisches Update geben wird.

Wichtig zu wissen

  • Themen: metabolische Adaption – den Stoffwechsel bei Adipositas verstehen | phänotypenorientierte Adipositastherapien | GLP1- und Anti-Obesity-Management nach dem Schweizer Modell | Werkzeugkasten für Bewegung: praktische Tools für Coaching und Assessment | außerdem: praxisnahe Fallarbeit und kollegialer Austausch

  • Termin: 11. bis 12. September 2026; Tag 1: 9.00 bis 16.30 Uhr, Tag 2: 9.00 bis 13.00 Uhr

  • Veranstaltungsort: Katholische Akademie für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen in Bayern, Ostengasse 27, 93047 Regensburg

  • Kosten: 280 Euro, für katholische Einrichtungen 267 Euro (Preise inklusive Seminarunterlagen und Teilverpflegung)

  • Weitere Informationen und Anmeldung:katholischeakademie-regensburg.de

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