Wie kann die Neugestaltung der Versorgung gelingen?

Diabetes Herbsttagung 2026: Diabetes. Digital. Denken.

Bericht
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Stand: 
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Ursprünglich veröffentlicht am
|Lesezeit: 4 Min
Nicole Finkenauer
Die Diabetes Herbsttagung findet vom 13. bis 14. November 2026 in der Messe Dresden statt.

Die neuen Technologien sind da und entwickeln sich ständig weiter. Entscheidend aber ist, was davon bei den Menschen mit Diabetes und bei den Behandelnden ankommt und wie sie die Neuerungen positiv für sich nutzen können. Professorin Dr. Susanne Reger-Tan und Dr. Sandra Schlüter, die beiden Präsidentinnen der Diabetes Herbsttagung, weiten mit ihrem Programm den Blick und wollen zusammen mit den Teilnehmenden dem Tagungsmotto folgend „Diabetes. Digital. Denken“, genau hinsehen und über Chancen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Diabetologie sprechen.

Inhaltsverzeichnis

Digitalisierung

Künstliche Intelligenz in der Diabetesversorgung

Freitag, 13. November, 14.45 – 16.15 Uhr | Vorsitzende: Professorin Dr. Claudia Eberle, Fulda

Professor Dr. Bernhard Kulzer, Bad Mergentheim, berichtet in seinem Vortrag über aktuelle Anwendungsgebiete in der Diabetesversorgung von heute; Prof. Eberle spricht über „Künstliche Intelligenz in der Diabetesversorgung von morgen: digitale Zwillinge zu Entscheidungs- und Therapieunterstützungen“. In einem weiteren Vortrag wird die KI im Praxisalltag beleuchtet; es geht um die praktische Unterstützung in der Praxisorganisation. Zuletzt werden Aspekte der KI im Spannungsfeld von Datenschutz, Ethik und Recht dargelegt.

Typ-1-Diabetes mellitus

Immunprävention des Typ-1-Diabetes: Chancen und Herausforderungen

Freitag, 13. November, 14.45 – 16.15 Uhr | Vorsitzende: Professorin Dr. Beate Karges, Aachen, und Professor Dr. Jochen Seufert, Freiburg i. Br.

Zunächst wird es um Studiendaten und um Wissenslücken gehen, bevor der Kinderdiabetologe PD Dr. Torben Biester, Braunschweig, auf die Chancen und Risiken der Immunprävention des Typ-1-Diabetes im Kindesalter eingeht. Auch die Chancen und Herausforderungen einer solchen Immunprävention bei Erwachsenen werden dargestellt. Das Symposium schließt mit einer Paneldiskussion zum Thema „Wie lässt sich die Immunprävention des Typ-1-Diabetes sinnvoll umsetzen?“; bereits feststehende Teilnehmende der Diskussion sind: Prof. Seufert und Dr. Biester.

GLP1 bei Typ 1: Zwischen Hoffnung, Hype und harter Evidenz

Samstag, 14. November, 13.00 – 14.30 Uhr | Vorsitzende: Professorin Dr. Susanne Reger-Tan, Bad Oeynhausen, und Dr. Jonas Laaser, Hamburg

Welche Rolle spielen GLP1-Rezeptoragonisten bei Typ-1-Diabetes? Die Session beleuchtet den Einsatz bei „Double Diabetes“, Adipositas und hohen Insulindosen. Diskutiert werden aktuelle Daten zu Sicherheit (z. B. Hypoglykämien, Ketoazidose) und Wirksamkeit (Gewicht, Insulinbedarf, HbA1c). Zudem erfolgt ein kritischer Vergleich mit Trainingstherapie. Ziel ist eine evidenzbasierte Einordnung.

Die Vorträge im Einzelnen, anschließend Podiumsdiskussion:

 
  • GLP1 bei T1: DKA, Hypoglykämien oder beherrschbares Risiko?

  • GLP1 bei T1: Effekte nur auf Gewicht, nicht auf HbA1c?

  • GLP1 bei T1: Existiert eine Zielgruppe?

  • GLP1 bei T1: auch bei Jugendlichen?

  • GLP1 bei T1: ja, aber nur zusammen mit Trainingstherapie

Diabetestechnologie

Insulintherapie, AID und Pumpen, Pens und Algorithmen – Praxisempfehlung AGDT

Samstag, 14. November, 13.00 – 14.30 Uhr | Vorsitzende: Dr. Sandra Schlüter, Northeim, und Dr. Guido Freckmann, Ulm

Von der klassischen Insulinapplikation mittels Spritze und Pumpe bis hin zu innovativen AID-Systemen und smarten Insulinpens werden aktuelle Entwicklungen und deren Anwendung im klinischen Alltag vorgestellt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Einordnung verschiedener AID-Systeme bis zum Fully-Closed-Loop sowie auf der Bewertung zentraler Therapieparameter wie Time in Range und HbA1c und deren Unterschiede bei Nutzung verschiedener Systeme.

Konkret erleben die Teilnehmenden diese Vorträge:

  • Insulinapplikation, Spritze, Pumpe, AID (Professor Dr. Karin Lange, Hannover)

  • Smarte Insulinpen-Therapie (Dr. Schlüter)

  • Übersicht über AID-Systeme bis hin zum Fully-Closed-Loop-System (Dr. Christine Berndt-Zipfel, Bad Kreuznach)

  • Time in Range und HbA1c – Unterschiede zwischen AID-Systemen (Dr. Manuel Eichenlaub, Ulm)

Das Symposium wird ausgerichtet durch die AG Diabetes & Technologie der DDG.

Querschnittsthemen

Same, Same but Different: Digitale Medizin zwischen Individualität, Geschlecht & Glukose

Freitag, 13. November, 16.30 – 18.00 Uhr | Vorsitzende: Professorin Dr. Susanne Reger-Tan, Bad Oeynhausen, und Dr. Andrea Martini, Berlin

Digitale Technologien verändern die Diabetologie – aber nicht alle Menschen profitieren gleich. Geschlechtsspezifische Unterschiede, hormonelle Zyklen, individuelle Stoffwechselmuster und adaptive Algorithmen interagieren auf komplexe Weise. Dieses gemeinsame Symposium der DDG Kommission Digitalisierung und der DGIM-AG Geschlechtersensible Medizin beleuchtet, wie digitale Tools helfen können, Diversität sichtbar zu machen, personalisierte Versorgung zu ermöglichen und neue Forschungsräume zu öffnen. Von der Inneren Medizin kommend, führt die Session Schritt für Schritt in die digitale Diabetologie und zeigt, warum „same, same“ in der Medizin oft „different“ bedeutet.

Diese Vorträge stehen im Programm:

  • Geschlechtersensible Innere Medizin im digitalen Zeitalter: Warum ‚gleich‘ nicht gleich ist (Professorin Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger, München)

  • PMOS (ehemals PCOS) – geschlechterspezifisches kardiometabolisches Risiko (Prof. Reger-Tan)

  • Menstrual Cycle Matters: Hormonelle Zyklen, Insulinsensitivität & AID-Systeme (Dr. Martina Rothenbühler, Bern)

  • Menopause Matters: Hormone, Herz und Glukose im Zugriff der Präzisionsmedizin (Professorin Dr. Julia Szendrödi, Heidelberg)

Wissenswertes rund um die Diabetes Herbsttagung 2026

  • Die Standardanmeldung läuft bis 21. Oktober, ab 22. Oktober die Spätanmeldung. Für bestimmte Berufs- und Teilnehmergruppen gibt es ermäßigte Preise; für Studierende bis 30 Jahre ist die Teilnahme kostenfrei.

  • Für An- und Abreise kann ein Event-Angebot der Deutschen Bahn genutzt werden. Zudem werden Hotelzimmerkontingente zu besonderen Konditionen bereitgehalten. Mehr über die Angebote unter herbsttagung-ddg.de/teilnahme/#anreise.

  • Für Kinder zwischen 3 und 12 Jahren wird eine Kinderbetreuung angeboten. Bitte vorher anmelden!

  • Um alle möglichen Zertifizierungspunkte zu erhalten, müssen Sie Ihren Teilnahmeausweis vor- und nachmittags jeweils einmal scannen lassen.

  • Die Diabetes Herbsttagung wird in eine klimaschonende Veranstaltung umgestaltet. Viele Maßnahmen, z. B. zur Einsparung von Papier, zu umweltfreundlichen Lösungen für die Namensschilder und zur Mülltrennung, werden bereits umgesetzt.

  • Alle Symposien werden aufgezeichnet, sind ca. eine Stunde nach der Präsentation für sechs Monate in der DDG Mediathek verfügbar und können über die Buchungsnummer abgerufen werden.

 

So planen Sie Ihr Programm

Individuelle Planung oder Programm als PDF über herbsttagung-ddg.de oder über die App der DDG für Smartphone und Tablet (Google-Play-Store bzw. Apple-App-Store). Mit der App ist auch die Teilnahme an Live-Votings möglich.

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