Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall – N-Glykosylierungsmuster als Biomarker
Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall – N-Glykosylierungsmuster als Biomarker
Ob eine Person zukünftig an einem Typ-2-Diabetes, einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall erkranken wird, lässt sich möglicherweise anhand des Glykosylierungsmusters der Plasmaproteine abschätzen. Das zeigen Ergebnisse einer aktuellen Studie vom DIfE.
Erstmals konnte ein Team um Professor Dr. Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) den prädiktiven Nutzen der N-Gykosylierungsprofile von Plasmaproteinen an einem Bevölkerungskollektiv nachweisen.
N-Glykosylierung
Risikoscores auf Basis von N-Glykanen entwickelt
Mithilfe moderner Berechnungsmethoden entwickelten die Wissenschaftler zunächst einen auf sechs N-Glykosylresten basierenden Score zur Vorhersage der Typ-2-Diabetes-Inzidenz. Dieser erwies sich in einem internen Validierungskollektiv als hoch prädiktiv. Das Ergebnis konnten die Forscher anschließend an einer externen Validierungskohorte von Teilnehmern einer finnischen Studie zum kardiovaskulären Risiko (FINRISK) bestätigen. Weiterhin entwickelten sie einen N-Glykan-basierten Score zur Vorhersage von Herz-Kreislauf-Ereignissen. Laut den Studienautoren wies dieser allerdings alleine nur eine mäßige Vorhersagekraft auf. Beide N-Glykan-basierten Modelle verbesserten jedoch den prädiktiven Wert der etablierten klinischen Instrumente zur Einschätzung des Diabetes- und des Herz-Kreislauf-Risikos – beispielsweise des Deutschen Diabetes Risiko-Tests bzw. des Risikoscores der American Heart Association. Mittels zusätzlichem Plasma-N-Glykom-Screening lassen sich zukünftige Typ-2-Diabetes- und Herz-Kreislauf-Patienten besser identifizieren als mit den traditionellen Risikomarkern allein, schreiben die Autoren der Studie. Die Kombination beider Prognoseinstrumente ermöglicht ihrer Einschätzung nach eine frühzeitige und zielgenaue Versorgung der Betroffenen mit effektiven Primärpräventionsstrategien. Eine Validierung der Ergebnisse in weiteren Populationen stehe allerdings noch aus.Quelle: Wittenbecher C et al. Diabetes Care 2020 Mar; 43(3): 661-668; DOI: 10.2337/dc19-1507
Ob eine Person zukünftig an einem Typ-2-Diabetes, einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall erkranken wird, lässt sich möglicherweise anhand des Glykosylierungsmusters der Plasmaproteine abschätzen. Das zeigen Ergebnisse einer aktuellen Studie vom DIfE.
Erstmals konnte ein Team um Professor Dr. Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) den prädiktiven Nutzen der N-Gykosylierungsprofile von Plasmaproteinen an einem Bevölkerungskollektiv nachweisen.
N-Glykosylierung
Risikoscores auf Basis von N-Glykanen entwickelt
Mithilfe moderner Berechnungsmethoden entwickelten die Wissenschaftler zunächst einen auf sechs N-Glykosylresten basierenden Score zur Vorhersage der Typ-2-Diabetes-Inzidenz. Dieser erwies sich in einem internen Validierungskollektiv als hoch prädiktiv. Das Ergebnis konnten die Forscher anschließend an einer externen Validierungskohorte von Teilnehmern einer finnischen Studie zum kardiovaskulären Risiko (FINRISK) bestätigen. Weiterhin entwickelten sie einen N-Glykan-basierten Score zur Vorhersage von Herz-Kreislauf-Ereignissen. Laut den Studienautoren wies dieser allerdings alleine nur eine mäßige Vorhersagekraft auf. Beide N-Glykan-basierten Modelle verbesserten jedoch den prädiktiven Wert der etablierten klinischen Instrumente zur Einschätzung des Diabetes- und des Herz-Kreislauf-Risikos – beispielsweise des Deutschen Diabetes Risiko-Tests bzw. des Risikoscores der American Heart Association. Mittels zusätzlichem Plasma-N-Glykom-Screening lassen sich zukünftige Typ-2-Diabetes- und Herz-Kreislauf-Patienten besser identifizieren als mit den traditionellen Risikomarkern allein, schreiben die Autoren der Studie. Die Kombination beider Prognoseinstrumente ermöglicht ihrer Einschätzung nach eine frühzeitige und zielgenaue Versorgung der Betroffenen mit effektiven Primärpräventionsstrategien. Eine Validierung der Ergebnisse in weiteren Populationen stehe allerdings noch aus.Quelle: Wittenbecher C et al. Diabetes Care 2020 Mar; 43(3): 661-668; DOI: 10.2337/dc19-1507