GLP1-Analoga erhöhen das Risiko für periphere Neuropathie
GLP-1-Analoga erhöhen das Risiko für diabetische Amyotrophie um 51 % und für Fibularisneuropathie um 30 % – neurologische Komplikationen, die frühzeitig erkannt werden sollten.
Eine Diabetestherapie kann buchstäblich auf die Nerven gehen. Durch ein schnelles Absinken des mittleren Blutzuckerspiegels bzw. des HbA1c-Werts, aber auch durch starken Gewichtsverlust drohen periphere Läsionen, berichtete Prof. Dr. Matthias Sitzer von den Kreiskliniken Herford-Bünde.
Inkretinmimetika könneneine Amyotrophie fördern
Wie häufig es unter GLP1-Analoga zur lumbosakralen Plexusneuritis und zur Druckneuropathie des N. fibularis kommt, wurde anhand von Krankenakten der Mayo Clinic in Rochester untersucht. Man identifizierte 27 Personen, die nach Beginn der Inkretinmimetikatherapie diese Komplikation entwickelten. Zudem fanden sich 77 Fälle von Fibularisneuropathie. Die Datenanalyse ergab, dass Menschen unter GLP1-Analoga im Vergleich zu Nichtanwendern ein um 51 % höheres relatives Risiko für eine diabetische Amyotrophie und ein um 30 % höheres Risiko für eine Fibularisneuropathie haben.
In fünf Fällen biopsierte man den N. suralis und stellte u. a. eine epineurale Vaskulitis fest. Solche entzündlichen Infiltrate in Nerven bzw. Plexus lassen sich auch via MRT nachweisen, erläuterte der Neurologe. Um eine rasche Besserung zu erzielen, könne man versuchen, die Komplikation mit i. v. Immunglobulinen zu behandeln. Denn allzu lang sollte die Inflammation nicht bestehen, da sie zu einem irreversiblen axonalen Schaden führen kann.