Jetzt um DDG Projektförderungen 2027 bewerben

Gute Ideen, gute Förder-Chancen

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|Lesezeit: 4 Min
Redaktion diabetes zeitung
Projekte im Rahmen der DDG-Förderung werden mit bis zu 30.000 Euro unterstützt.

Auch 2027 unterstützt die DDG Forschungsprojekte aus der Diabetologie. Wissenschaftler*innen mit einer guten Idee können sich um eine Projektförderung bewerben – für das Jahr 2027 ist das noch bis Ende November 2026 möglich.

Inhaltsverzeichnis

Um eine Projektförderung bewerben können sich Forschende aus dem deutschsprachigen Raum. Dafür müssen sie Mitglied der DDG sein, für Studierende bis zum 30. Lebensjahr ist die Mitgliedschaft kostenfrei. Derzeit gibt es vier Arten der Projektförderung mit jeweils unterschiedlichem Schwerpunkt.

Allgemeine Projektförderung: thematisch nicht festgelegt

Die allgemeinen Projektförderungen erstrecken sich auf das gesamte Gebiet der experimentellen und klinischen Diabetologie. Sie werden aus Mitteln der DDG und durch die Dr. Buding-Stiftung sowie die Deutsche Diabetes-Stiftung unterstützt.

Projekte werden mit bis zu 30.000 Euro unterstützt. Die Fördersumme hängt vom nachgewiesenen Bedarf für das Projekt und von der Bewertung durch die Jury ab. Beträge über 20.000 Euro kommen nur bei einer Durchschnittsbewertung von besser als 1,5 (analog Schulnoten) infrage. Das am höchsten bewertete Projekt soll als Hellmut-Mehnert-Projektförderung besonders gewürdigt werden.

Adam-Heller-Projektförderung: Schwerpunkt Monitoring

Für diese Förderung können sich Naturwissenschaftler*innen, medizinisches Fachpersonal, Nachwuchsforschende (entsprechend den DFG-Richtlinien) und Doktorand*innen bewerben; gefördert werden Studien und Projekte aus der klinisch-praktischen und technologischen Diabetesforschung zu glykämischer Kontrolle und ihren Konsequenzen. Konkret geht es um Forschung, die eine besondere Relevanz für die Verbesserung und Weiterentwicklung des Stoffwechselmonitorings im Diabetesmanagement hat. Stifter ist die Abbott Deutschland GmbH, dotiert ist die Adam-Heller-Projektförderung mit 20.000 Euro.

Hans-Christian-Hagedorn-Förderung: für Arbeitsgruppen

Diese mit 25.000 Euro dotierte Projektförderung wird an eine in der klinischen oder experimentellen Diabetologie international ausgewiesene Arbeitsgruppe vergeben. Dafür bewerben können sich Arbeitsgruppenleiter*innen. Stifterin ist die Novo Nordisk Pharma GmbH. Für die Jury sind sowohl die Qualität des Projektes als auch die bisherigen Leistungen der Arbeitsgruppe, gemessen an internationalen Standards, relevant.

Neu: Diabetes-Innovations-Projektförderung

Gefragt sind Studien und Projekte auf dem Gebiet der klinisch-praktischen Diabetesforschung mit technologischem Innovationspotenzial. Gewürdigt werden so Arbeiten, die einen besonderen Beitrag zur Verbesserung des Diabetesmanagements leisten, z. B., aber nicht ausschließlich, mit Bezug zu automatisierten Behandlungsmöglichkeiten, zur Entwicklung von personalisierten Algorithmen zur Therapieentscheidung oder zu neuartigen Verfahren zur Herstellung und Applikation von Therapeutika. Bewerben können sich: medizinisches Fachpersonal, Nachwuchsforschende (entsprechend DFG-Richtlinien), Psycholog*innen mit diabetologischem Schwerpunkt und Doktorand*innen.

Gestiftet wird die mit 20.000 Euro dotierte Förderung von der Roche Diagnostics Deutschland GmbH.

 

„Ermutigen Forschende, einen Antrag einzureichen“: Jury-Vorsitzende geben Hinweise zur Bewerbung um eine DDG Projektförderung

Professorin Dr. Simone Baltrusch und Univ.-Professor Dr. Jochen Seufert sind die Vorsitzenden der Jury der DDG zur Förderung wissenschaftlicher Projekte. Zu diesem Gremium gehören weitere neun Mitglieder aus verschiedenen Bereichen der Diabetologie. Was macht die Projektförderungen der DDG so wertvoll und worauf achtet die Jury bei der Auswahl?

Welche Art von Forschungsprojekten sucht die Jury für die Projektförderungen der DDG?

Prof. Baltrusch/Univ.-Prof. Seufert: Die DDG vergibt eine Vielzahl von allgemeinen Projektförderungen, aber auch thematisch spezifische Projektförderungen. Es werden sowohl Pilotprojekte zu neuen Ideen gefördert als auch Ergänzungsfinanzierungen gewährt, die sich während einer Studie als sinnvoll ergeben haben.

Was raten Sie Nachwuchswissenschaftler*innen, die zum ersten Mal einen Förderantrag stellen: Worauf sollten sie besonders achten? Was sollte besser vermieden werden?

Prof. Baltrusch/Univ.-Prof. Seufert: Für einen Förderantrag ist es wichtig, dass eine klar nachzuvollziehende wissenschaftliche Fragestellung formuliert wird. Die verwendeten Methoden sollten adäquat dargestellt und ein realistischer Arbeitsplan mit zu erreichenden Zwischenzielen erstellt werden. Darüber hinaus sollten die beantragten Fördermittel für das Forschungsprojekt ausreichend begründet werden. Eine Beantragung von unrealistisch hohen Fördersummen oder die Einreichung von überambitionierten Großprojekten ist weniger Erfolg versprechend.

Wissenschaftler*innen berichten, dass die Förderung durch die DDG ein „Türöffner“ für weitere Förderungen sein kann. Kommt das Ihrer Erfahrung nach öfter vor?

Prof. Baltrusch/Univ.-Prof. Seufert: Es kommt aus unserer Erfahrung oft vor, dass eine DDG Projektförderung die Durchführung eines innovativen Pilotprojektes ermöglicht, mit dessen Ergebnissen die notwendige Voraussetzung für die Einwerbung von Fördermitteln bei anderen Forschungsinstitutionen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) etc. geschaffen wird. Dies ist genau die Absicht der Deutschen Diabetes Gesellschaft, um eine breite Forschungslandschaft in der Diabetologie in Deutschland zu erhalten.

Die Diabetes-Innovations-Projektförderung wurde 2026 zum ersten Mal vergeben. Warum wurde diese Förderung eingeführt?

Prof. Baltrusch/Univ.-Prof. Seufert: Wir sind sehr froh, für diese Förderung einen externen Stifter gefunden zu haben, und denken, dass diese Projektförderung gezielt das expandierende Gebiet der Diabetestechnologie mit Innovationspotenzial bedient. Der technologische Fortschritt im letzten Jahrzehnt hat wesentlich zu einer verbesserten Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus beigetragen. Hier möchten wir die Umsetzung neuer Ideen frühzeitig fördern und damit den Transfer in die Wirtschaft stärken, um innovative Produktentwicklungen zu beschleunigen.

Hat sich die Nachfrage nach DDG Projektförderungen in den letzten Jahren verstärkt? Wenn ja: Was könnten dafür die Gründe sein?

Prof. Baltrusch/Univ.-Prof. Seufert: Die Nachfrage nach den DDG Projektförderungen nimmt über die Jahre stetig zu, was die hohe Forschungs- und Innovationskraft in der Diabetologie in Deutschland widerspiegelt. Die Diabetologie ist eines der forschungsaktivsten Fächer in der Medizin.

Bewerbungsschluss für die Projektförderungen ist Ende November. Warum sollten Forschende einen Antrag einreichen?

Prof. Baltrusch/Univ.-Prof. Seufert: Wir ermutigen Forschende in jedem Falle, einen Antrag einzureichen, da aufgrund der Breite der jährlich geförderten Forschungsthemen die Chance auf eine Finanzierung der Forschung an wichtigen wissenschaftlichen Fragestellungen hierdurch relativ gut ist.

Interview: Nicole Finkenauer

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