Brustkrebsrisiko durch Schichtdienst erhöht?
Dass Schichtarbeit Krebserkrankungen begünstigt wird schon lange vermutet. Neue Daten aus Finnland unterstreichen dies: Schichtarbeit, egal ob mit oder ohne Nachtdienste, war bei Frauen über 50 mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko assoziiert.
Frauen ab 50 Jahren, die im Schichtdienst arbeiten, haben ein erhöhtes Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Dies betrifft Schichtarbeit mit und ohne Nachtdienste, berichten Mikko Härmä und Kollegen vom Finnish Institute of Occupational Health. Die groß angelegte Kohortenstudie bezog sich auf Beschäftigte des öffentlichen Sektors (n = 33.359). Eine Subkohorte umfasste Verwaltungsangestellte, die zweite Subkohorte bestand aus Krankenhausmitarbeiterinnen. Frauen, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt an Brustkrebs erkrankt waren, wurden von der Studie ausgeschlossen.
Zu Studienbeginn betrug das mittlere Alter der Teilnehmerinnen 40,6 Jahre. Das Follow-up lag bei zehn Jahren und mehr. Während dieser Zeit wurden bei den Studienteilnehmerinnen 1.129 Fälle von primärem Brustkrebs erfasst.
Nur Frauen über 50 Jahre betroffen
Bei den Frauen im Alter von 50 Jahren und darüber steigerte Schichtarbeit im Verlauf des Follow-ups das Risiko um das Doppelte. So traten 17 Fälle bei Schichtarbeiterinnen ohne Nachtschicht auf (Hazard Ratio 2,01, ). Mit Nachdiensten waren es 15 Fälle (Odds Ratio 2,05). Dabei wurde die Risikoberechnung bereinigt durch Faktoren wie Alter, Alkoholkonsum und BMI.
Quelle: Härmä M et al. Occup Environ Med 2022; DOI: 10.1136/oemed-2022-108347
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