Keine Lymphodepletion, weniger CRS

CAR-T-Produkt mit Stammzelleigenschaften wirkt bereits in geringer Dosis

Pressemitteilung – Leibniz-Institut für Immuntherapie
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CAR-TSCM-Zellen sollen länger persistieren als konventionelle Produkte.

Geringere Dosis, weniger Nebenwirkungen, erste Remissionen: CAR-modifizierte T-Stammgedächtniszellen bieten neue Chancen bei CD19+ B-Zell-Malignomen nach Stammzelltransplantation.

Mit weniger CAR-T-Zellen Remissionen erzielen und auch noch auf die lymphodepletierende Chemotherapie verzichten – das könnten CAR-modifizierte T-Stammgedächtniszellen (TSCM-Zellen) ermöglichen, die ein Team am Leibniz-Institut für Immuntherapie (LIT) entwickelt hat. Anders als konventionelle CAR-T-Zellen bewahren diese ein dauerhaftes Reservoir ruhender, stammzellähnlicher Zellen, das sich selbst erneuert, und überleben so langfristig.

Phase‑1‑Studie: CAR‑TSCM‑Zellen zeigen starke Wirksamkeit bei B‑Zell‑Malignomen

In einer Phase-1-Studie, die Erkrankte mit rezidivierten oder refraktären CD19+ B-Zell-Malignomen nach allogener Stammzelltransplantation einschloss, zeigte der Ansatz erste Erfolge. Teilnehmende erhielten entweder konventionelle CD19-gerichtete CAR-T-Zellen oder angereicherte CAR-TSCM-Zellen. In beiden Gruppen verzichteten die Verantwortlichen auf eine Lymphodepletion.

© Quelle: NIH

PET/CT-Aufnahmen zeigen die Rückbildung der Knochenläsionen bei B-Zell-ALL (gelbe Pfeile) nach Infusion von CAR-TSCM-Zellen.

„Die Zellen, die aus der TSCM-Plattformtechnologie stammten, führten im Blut der Patienten zu einem höheren CAR-T-Zellspiegel – und in vielen Studien waren hohe CAR-T-Zellspiegel im Blut ein starker Prädiktor für klinischen Erfolg“, kommentierte Dr. James Kochenderfer vom National Cancer Institute in Bethesda, Ko-Autor der Studie.

Bereits Dosen von 250.000 Zellen/kg erreichten teilweise vollständige Remissionen. Bei denjenigen, die nicht profitierten, lag die Ursache zumeist nicht im Produkt selbst, sondern in externen Faktoren: geringes Vorkommen des Zielproteins, immunsuppressive Signale oder Immunantworten gegen die CAR-Konstrukte.

 

Studie belegt: Weniger Nebenwirkungen mit stammzell­ähnlichen CAR‑T‑Zellen

Wie Dr. Kochenderfer außerdem berichtet, lag die Rate an Zytokinfreisetzungssyndromen mit dem experimentellen Produkt besonders niedrig. Selbst bei den Dosen, die in der Vergleichsgruppe schwere CRS verursachten, seien mit den CAR-TSCM-Zellen meist nur milde Nebenwirkungen aufgetreten.

„Wir haben gezeigt, dass ein klar definiertes, stammzellähnliches Zellprodukt bei niedrigeren Dosen wirksam sein kann", schlussfolgert Prof. Dr. Luca Gattinoni vom Leibniz-Institut für Immuntherapie. Es stehen allerdings weitere Studien aus, um den klinischen Nutzen zu bewerten. Außerdem gibt es laut den Wissenschaftler:innen zusätzliches Optimierungspotenzial, etwa durch eine Lymphodepletion oder humanisierte CAR-Konstrukte.

Gattinoni L et al. Cell 2026; doi: 10.1016/j.cell.2026.03.047

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