Infektionen mit Mycoplasma

Hautausschlag nach Atemwegsinfekt

Aus der Fachliteratur
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Azithromycin über fünf Tage führte bei der Mykoplasmeninfektion zu raschem Ansprechen.

Im Kindes- und Jugendalter machen sich Mykoplasmainfektionen in ca. jedem zehnten Fall kutan bemerkbar. Ein Fall zeigt, dass private Fotos bei der Diagnose helfen können.

Wie Dr. Susanne Kollmer, Hausärztin in Velden, darlegt, sind die ermatologischen Symptome einer Mykoplasmeninfektion Ausdruck der immunologischen Reaktion. Klinisch können sie als makulopapuläres, morbilliformes, urtikarielles oder papulovesikuläres Exanthem imponieren. Möglich sind aber auch ein Erythema multiforme oder – selten – ein Stevens-Johnson-Syndrom mit schweren erosiven Haut- und Schleimhautveränderungen.

Private Fotos als unterschätztes Hilfsmittel im Praxisalltag

Die Kollegin berichtet von einem elfjährigen Mädchen, das wegen Halsschmerzen, Husten und allgemeinem Krankheitsgefühl in die Praxis kam. In den beiden Tagen zuvor hatte es an Rücken, Schultern, Oberarmen und Oberschenkeln ein flüchtiges, schwach juckendes Exanthem entwickelt. Bei der körperlichen Untersuchung fielen nur noch ein leicht geröteter Rachenring und geschwollene Tonsillen auf, die Lunge war auskultatorisch frei. Die geschilderten Hauteffloreszenzen konnte man kaum noch erkennen, auf den von der Mutter mitgebrachten Fotos von den Tagen zuvor, fielen sie jedoch deutlich ins Auge. Initial hatten urtikarielle, im Verlauf dann kokarden- und girlandenförmige Veränderungen vorgelegen – Befunde, die laut Dr. Kollmer für ein Erythema multiforme ohne Schleimhautbeteiligung sprachen.

Das Mädchen hatte sich wohl in der Schule angesteckt

Da das Mädchen in der Schule Kontakt zu Kindern mit Mykoplasmeninfektion gehabt hatte, lag der Verdacht nahe, dass sie sich angesteckt haben könnte. Tatsächlich zeigten sich im Labor hohe Titer für entsprechende IgM- und IgG-Antikörper. Neben einer symptomatischen Therapie erfolgte die Gabe von Azithromycin über fünf Tage, auf das die Patientin gut ansprach. Bei Hauteffloreszenzen in Kombination mit Atemwegssymptomen sollte man an eine Infektion mit M. pneumoniae denken, erinnert Dr. Kollmer.

Kollmer S. Bayerisches Ärzteblatt 2026; 81: 5; ©Bayerische Landesärztekammer, München

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