Nicht nur bei Risikogruppen an eine HIV-Infektion denken
Nicht nur bei Risikogruppen an eine HIV-Infektion denken
In Spezialistenhand ist eine HIV-Infektion längst gut behandelbar und die Betroffenen haben praktisch eine normale Lebenserwartung. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Virus rechtzeitig diagnostiziert wird. Vielleicht ja von Ihnen.
Einen HIV-Test ordnen Sie nicht mal so nebenbei nur der Vollständigkeit halber an. Wann aber sollten Sie es sinnvollerweise tun? Natürlich kann ein möglicherweise Betroffener kommen und sagen: „Herr Doktor, könnten Sie nicht mal … ich hab da so einen Test gemacht“.
Test im Do-it-yourself-Verfahren?
Untersuchung belastet das Laborbudget nicht
Oft haben aber auch Mediziner die Erkrankung nicht ausreichend auf dem Schirm. An eine HIV-Infektion denkt man vielleicht noch beim „Klischee-Patienten“: junger Mann mit homosexuellen Kontakten und/oder intravenösem Drogenmissbrauch, der eventuell aus einem Endemiegebiet stammt und sich gar noch prostituiert. Einerseits aber sieht man diese Risikofaktoren nicht jedem unbedingt an und andererseits führt diese Vorstellung oft in die Irre. Beispielsweise kann die monogam lebende Hausfrau von ihrem Partner, der ohne ihr Wissen häufige sexuelle Kontakte mit wechselnden Männern hat, infiziert worden sein. Denken Sie also genauso an eine HIV-Infektion, wenn Ihr Patient:- eine AIDS definierende Erkrankung hat, wie häufige Lungenentzündungen (mehr als zwei pro Jahr), ein Zervixkarzinom oder ein Non-Hodgkin-Lymphom,
- einen Indikator aufweist – also etwas, das häufig mit HIV vergesellschaft ist, z.B. Fieber, für das Sie keinen eindeutigen Grund finden, andere sexuell übertragbare Erkrankungen wie Hepatitis B oder C, einen Zoster oder unerklärliche Befunde im Blutbild (Leukopenie/Thrombozytopenie) sowie
- an einer Erkrankung leidet, die mit einer höheren HIV-Prävalenz einhergeht, z.B. Lymphadenopathie, periphere Neuropathie, Psoriasis.
Den Befund immer mit zweiter Blutabnahme bestätigen
Sobald Sie über die Diagnose Bescheid wissen, informieren Sie den Patienten darüber – im persönlichen Gespräch, nicht telefonisch und nicht brieflich. Um falsche Ergebnisse wegen einer Probenverwechslung zu vermeiden, müssen Sie dem Betroffenen außerdem ein zweites Mal Blut abnehmen und ins Labor zur Bestätigung schicken. Sie sollten aber schon jetzt mit einer HIV-Schwerpunktpraxis Kontakt aufnehmen, an die Sie den Betroffenen überweisen. Der dortige Spezialist veranlasst dann weitere Untersuchungen, z.B. die Bestimmung der einzelnen Lymphozytenuntergruppen, und wird die Behandlung gemeinsam mit dem Patienten besprechen.Quelle: Ankert J et al. Dtsch Med Wochenschr 2019; 144: 1158-1165; DOI: 10.1055/a-0813-3850
In Spezialistenhand ist eine HIV-Infektion längst gut behandelbar und die Betroffenen haben praktisch eine normale Lebenserwartung. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Virus rechtzeitig diagnostiziert wird. Vielleicht ja von Ihnen.
Einen HIV-Test ordnen Sie nicht mal so nebenbei nur der Vollständigkeit halber an. Wann aber sollten Sie es sinnvollerweise tun? Natürlich kann ein möglicherweise Betroffener kommen und sagen: „Herr Doktor, könnten Sie nicht mal … ich hab da so einen Test gemacht“.
Test im Do-it-yourself-Verfahren?
Untersuchung belastet das Laborbudget nicht
Oft haben aber auch Mediziner die Erkrankung nicht ausreichend auf dem Schirm. An eine HIV-Infektion denkt man vielleicht noch beim „Klischee-Patienten“: junger Mann mit homosexuellen Kontakten und/oder intravenösem Drogenmissbrauch, der eventuell aus einem Endemiegebiet stammt und sich gar noch prostituiert. Einerseits aber sieht man diese Risikofaktoren nicht jedem unbedingt an und andererseits führt diese Vorstellung oft in die Irre. Beispielsweise kann die monogam lebende Hausfrau von ihrem Partner, der ohne ihr Wissen häufige sexuelle Kontakte mit wechselnden Männern hat, infiziert worden sein. Denken Sie also genauso an eine HIV-Infektion, wenn Ihr Patient:- eine AIDS definierende Erkrankung hat, wie häufige Lungenentzündungen (mehr als zwei pro Jahr), ein Zervixkarzinom oder ein Non-Hodgkin-Lymphom,
- einen Indikator aufweist – also etwas, das häufig mit HIV vergesellschaft ist, z.B. Fieber, für das Sie keinen eindeutigen Grund finden, andere sexuell übertragbare Erkrankungen wie Hepatitis B oder C, einen Zoster oder unerklärliche Befunde im Blutbild (Leukopenie/Thrombozytopenie) sowie
- an einer Erkrankung leidet, die mit einer höheren HIV-Prävalenz einhergeht, z.B. Lymphadenopathie, periphere Neuropathie, Psoriasis.
Den Befund immer mit zweiter Blutabnahme bestätigen
Sobald Sie über die Diagnose Bescheid wissen, informieren Sie den Patienten darüber – im persönlichen Gespräch, nicht telefonisch und nicht brieflich. Um falsche Ergebnisse wegen einer Probenverwechslung zu vermeiden, müssen Sie dem Betroffenen außerdem ein zweites Mal Blut abnehmen und ins Labor zur Bestätigung schicken. Sie sollten aber schon jetzt mit einer HIV-Schwerpunktpraxis Kontakt aufnehmen, an die Sie den Betroffenen überweisen. Der dortige Spezialist veranlasst dann weitere Untersuchungen, z.B. die Bestimmung der einzelnen Lymphozytenuntergruppen, und wird die Behandlung gemeinsam mit dem Patienten besprechen.Quelle: Ankert J et al. Dtsch Med Wochenschr 2019; 144: 1158-1165; DOI: 10.1055/a-0813-3850