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Vitamin-B1-Mangel: Unterschätztes Risiko für die Nerven

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Denken Sie bei Neuropathien oder kognitiven Störungen an einen möglichen Vitamin-B1-Mangel? Diesen Mangel sollte man nicht unterschätzen und Risikogruppen im Blick haben. Denn die Folgen eines unbehandelten Mangels können schwerwiegend sein.

Symptome eines Vitamin-B1-Mangels wie Parästhesien, Schmerzen und Taubheit in den Füßen oder kognitive Störungen können in der Praxis leicht fehlgedeutet werden – insbesondere, wenn diese bei Menschen mit Diabetes mellitus oder chronischem Alkoholkonsum auftreten, die ohnehin ein erhöhtes Risiko für neurologische Folgeerkrankungen haben. Gleichzeitig zählen sie auch zu den Risikogruppen eines Vitamin-B1-Mangels. Gerade diese diagnostische Überlappung kann die Zuordnung der Symptome erschweren. Daher erfordern entsprechende Risikogruppen- und Symptom-Konstellationen in der Praxis besondere Aufmerksamkeit, um einen Vitamin-B1-Mangel frühzeitig zu erkennen und kausal behandeln zu können.2

Risikogruppen im Blick

Zu den Risikogruppen für einen Mangel an Vitamin B1 (Thiamin) zählen Personen mit:2,3

  • Diabetes mellitus

  • Mangel- oder Fehlernährung,

  • chronischem Alkoholkonsum,

  • längerfristiger Diuretikatherapie, insbesondere mit Schleifendiuretika,

  • Hämodialyse

  • Malabsorption oder

  • bestimmten gastrointestinalen Erkrankungen.

Auch die Rolle von Thiamin bei kognitiven Beeinträchtigungen im Alter, einschließlich früher Stadien wie Mild Cognitive Impairment (MCI), wird zunehmend wissenschaftlich untersucht.4 Vor dem Hintergrund der potenziellen Bedeutung einer ausreichenden Thiaminversorgung für die kognitive Gesundheit älterer Menschen erscheint eine adäquate Versorgung besonders relevant.5,6

Diabetes und Neuropathie: auch an B1-Mangel denken

Von hoher Relevanz in der Praxis ist das erhöhte Mangel-Risiko bei Diabetes mellitus: Bei Personen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes wurden um etwa 75 % erniedrigte Thiamin-Plasmaspiegel gegenüber Stoffwechselgesunden nachgewiesen. Eine Ursache liegt in einer deutlich erhöhten renalen Vitamin-B1-Ausscheidung.7

Vor diesem Hintergrund sollte bei Personen mit Diabetes und neurologischen Beschwerden ein Vitamin-B1-Mangel als mögliche Mitursache in die differenzialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden.

Rechtzeitig handeln

Vitamin B1 (Thiamin) ist als Coenzym für den Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel essenziell. Ein unbehandelter Mangel kann vielfältige Folgen haben. Dazu zählen kardiovaskuläre Störungen sowie neurologische Manifestationen wie Neuropathien oder kognitive Beeinträchtigungen.2 Ein ausgeprägter Vitamin-B1-Mangel kann zum Wernicke-Korsakow-Syndrom führen, einer potenziell lebensbedrohlichen neurologischen Komplikation. Da eindeutige diagnostische Tests häufig fehlen und ein unbehandelter Vitamin-B1-Mangel schwerwiegende Folgen haben kann, empfehlen Experten, bei klinischem Verdacht frühzeitig mit einer Therapie zu beginnen.2

Benfotiamin: 5-fach bessere Bioverfügbarkeit

Beim oralen Ausgleich eines Vitamin-B1-Mangels hat der Wirkstoff Benfotiamin (milgamma® protekt) bedeutende Vorteile: Die lipophile Vorstufe vom Vitamin B1 wird wesentlich besser resorbiert als herkömmliches wasserlösliches Thiamin, da sie im Gegensatz zu Thiamin keinem sättigbaren Carriertransport unterliegt. In einer Vergleichsstudie war die Bioverfügbarkeit von Benfotiamin etwa fünffach höher als die von wasserlöslichem Thiaminmononitrat.1 Entsprechend werden höhere Konzentrationen im Blut und in den Zellen erreicht, wo das Provitamin in Thiamin und die aktiven Coenzyme umgewandelt wird (Abb.).3

Abb: Höhere Bioverfügbarkeit von Benfotiamin vs. Thiaminmononitrat; mod. nach Schreeb et al. 1997 und Gleiter et al. 1997

Ursächliche Therapie neurologischer Symptome

Durch orale Gabe von Benfotiamin können neurologische Symptome eines Vitamin-B1-Mangels ursächlich behandelt werden. Hierzu zählen insbesondere Neuropathien mit Symptomen wie Kribbeln, Brennen, Nervenschmerzen oder Taubheit in den Füßen. In Studien erwies sich die Therapie als sehr gut verträglich.8

Der Wirkstoff ist als milgamma® protekt mit 300 mg Benfotiamin pro Tablette als rezeptfreies Arzneimittel in Apotheken erhältlich. Mit einer Tablette pro Tag kann ein Mangel effektiv ausgeglichen oder diesem vorgebeugt werden.

Wussten Sie schon?

Vitamin B1 war das erste Vitamin, das entdeckt wurde – durch eine rätselhafte Krankheit: Beriberi. Betroffene litten unter Muskelschwäche, Nervenschäden und einem unsicheren, schwankenden Gang, der der Erkrankung ihren Namen gab (vom Singhalesischen „beri-beri“ = „ich kann nicht, ich kann nicht“). Ende des 19. Jahrhunderts erkannten Forschende, dass Beriberi vor allem dort auftrat, wo geschälter Reis verzehrt wurde. Mit der entfernten Schale ging nämlich auch ein Großteil des enthaltenen Thiamins verloren.2 Dies markiert den Beginn der Vitamin-Forschung, die danach weitere Vitamine, Mangelerkrankungen und Risikofaktoren identifizierte. Jahrzehnte später wurde mit Benfotiamin eine fettlösliche Vorstufe entwickelt, um die Verfügbarkeit von Vitamin B1 für die orale Therapie des Mangels zu verbessern.

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Lesen Sie hier in Fallbeispielen, wie durch eine Therapie mit Benfotiamin Symptome der Neuropathie reduziert werden konnten »

1.    Schreeb K.H. et al.. Eur J Clin Pharmacol 1997; 52: 319-320

2.    Smith TJ et al. Ann N Y Acad Sci. 2021 Aug;1498(1):9-28. doi: 10.1111/nyas.14536. Epub 2020 Dec 10.

3.    Fachinformation milgamma protekt; Stand 05/2026

4.    Gibson GE et al.  Annals of the New York Academy of Sciences. 2016;1367(1):21–30.

5.    Ji K. et al.  Heliyon. 2024;10:e34369

6.    Lu J, Zhang L, Chen Z, et al. Neuroscience Bulletin. 2015;31(6):676–684.

7.    Thornalley PJ et al. Diabetologia 2007; 50: 2164-2170

8.    Stracke Het al.. Exp Clin Endocrinol Diabetes. 2008;116(10):600-5

milgamma® protekt. Wirkstoff: Benfotiamin 300 mg. Zusammensetzung: 1 Filmtabl. enth.: Arzneil. wirks. Bestandt.: 300 mg Benfotiamin (fettlösliches Vitamin-B1-Derivat). Sonst. Bestandt.: mikrokristalline Cellulose, Talkum, Povidon K 30, hochdisperses Silicumdioxid, Croscarmellose-Natrium, langkettige Partialglyceride, Hypromellose, Titandioxid, Macrogol 3350, Saccharin-Natrium (Ph.Eur.). Anwendungsgebiete: Therapie o. Prophylaxe von klinischen Vitamin-B1-Mangelzuständen, sofern diese nicht ernährungsmäßig behoben werden können. Therapeutische Anwendung: Beriberi (trockene Form: neurologische Stör., feuchte Form: Stör. des Herz-Kreislauf-Systems), Wernicke-Enzephalopathie (u.a. okulomot. Anomalien, funkt. Stör. des Kleinhirns, veränderter mentaler Zustand, leichte Beeinträchtigung des Gedächtnisses), Korsakow-Syndrom (u.a. Gedächtnisstör., Apathie, Konfabulationen). Alkoholtoxische Kardiomyopathien. Behandlung von Neuropathien u. kardiovaskul. Stör., d. durch Vitamin-B1-Mangel hervorgerufen werden. Gegenanzeigen: Überempfindlk. gg. d. Wirkstoff od. einen d. sonst. Bestandt. Nebenwirkungen: Häufigkeit nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreakt. (Urtikaria, Exanthem), gastrointest. Stör. Nähere Informationen siehe Fachinformation! Apothekenpflichtig. Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, 71034 Böblingen. Stand: 05/2026