Aktuelle Leitlinienempfehlungen zur Behandlung von Keimzelltumoren des Hodens

Neue Leitlinien schärfen Therapie und Diagnostik von Hodentumoren

Kommentar
|Erschienen am: 
PD Dr. med Christoph Oing, MD, PhD
Video-Inhalt
Dieser Inhalt wird über den Anbieter Vimeo angeboten.

Ihre Datenschutz-Einstellungen verhindern leider, dass wir Ihnen von Vimeo eingebettete Inhalte anzeigen können.

Bitte passen Sie Ihre Einstellungen an, um den Inhalt sehen zu können.

Hodentumoren sind selten, aber meist heilbar. Die Leitlinien 2026 rücken präzisere Pathologie, neue Optionen bei Seminom Stadium IIA/B und die Versorgung in Expertenzentren in den Fokus. Was sich nun ändert.

Der Behandlungserfolg für Patienten mit selteneren Tumorerkrankungen wird maßgeblich durch die Erfahrung des Behandlungsteams und die Befolgung evidenzbasierter Therapieempfehlungen beeinflußt. Als Mitglied des European Association for Urology (EAU) Hodentumorleitlinien-Kommittees und der AWMF S3 Leitlinie zu Keimzelltumoren des Mannes stelle ich im Folgenden Kernpunkte und wichtige Neuerungen der 2026 aktualisierten EAU Leitlinie vor.1 Auch die deutschsprachige S3 Leitlinie befindet sich aktuell in Überarbeitung.

Histopathologische Beurteilung und Klassifikation

Eine akkurate histopathologische Diagnose ist essenziell für eine Subtyp-spezifische und individuell stadiengerechte Therapieplanung und Prognosebeurteilung. Die verfügbare Evidenz bestätigt den Nutzen einer zentralisierten Begutachtung von Orchiektomie-Präparaten durch spezialisierte Uro-Patholog:innen. Laut einer großen retrospektiven kanadischen Studie führte eine zentrale Begutachtung zu einer Änderung der Beurteilung von Risikofaktoren und der Subtypisierung von Nichtseminomanteilen bei einem von drei Patienten wobei nur 11% der Orchiektomie-Präparate einer zentralisierten Begutachtung unterzogen wurden.3 Daher empfiehlt die EAU-Leitlinie, dass Orchiektomie-Präparate zentral durch erfahrene Uro-Patholog:innen begutachtet werden sollten. Pathologiebefunde sollten den empfohlenen Datensätzen folgen und stets folgende Kernangaben enthalten:

  • die Art des Präparats,

  • die Tumorfokalität,

  • den maximalen Tumordurchmesser,

  • den histologischen Subtyp,

  • das Ausmaß der Invasion,

  • das Vorhandensein einer lymphovaskulären Invasion,

  • das Vorliegen einer germinalen intraepithelialen Neoplasie (germ cell neoplasia in situ, GCNIS),

  • den Resektionsrandstatus sowie

  • das pathologische Stadium.4

Risiko der Übertherapie bei Tumorabsiedelungen im Samenstrang

Sie wollen den ganzen Inhalt lesen?
Loggen Sie sich ein
Daten werden geladen...

Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und dürfen nur ausgewiesenen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugänglich gemacht werden. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie zu dieser Zielgruppe gehören, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren würden! Im Anschluss erhalten Sie sofortigen Zugang zu diesem und vielen weiteren, interessanten Inhalten zu medizinisch-wissenschaftlichen Fachthemen! Aktuelle News, spannende Kongressberichte, CME-Fortbildungen und vieles mehr erwarten Sie! Wir freuen uns auf Sie! Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und dürfen nur ausgewiesenen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugänglich gemacht werden. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie zu dieser Zielgruppe gehören, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren würden! Im Anschluss erhalten Sie sofortigen Zugang zu diesem und vielen weiteren, interessanten Inhalten zu medizinisch-wissenschaftlichen Fachthemen! Aktuelle News, spannende Kongressberichte, CME-Fortbildungen und vieles mehr erwarten Sie! Wir freuen uns auf Sie!

Das könnte Sie auch interessieren