Talazoparib auch beim mHSPC einsetzbar

Nicht nur in der kastrationsresistenten Situation wirksam

2026 ASCO Annual Meeting
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Etwa 25–30 % der mHSPC weisen HRR-Alterationen auf, die mit einem aggressiven Verlauf assoziiert sind.

Talazoparib zusätzlich zu Enzalutamid kann beim metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom mit Alterationen der homologen Rekombinationsreparatur das radiologische progressionsfreie Überleben verlängern. Das legen die Ergebnisse der TALAPRO-3-Studie nahe.

Schon in der TALAPRO-2-Studie wurde die Kombination aus Talazoparib und Enzalutamid beim metastasierten Prostatakarzinom erfolgreich geprüft – und zwar in der kastrationsresistenten Situation. Nach den Ergebnissen von TALAPRO-3 profitieren auch Erkrankte mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) und Mutationen der homologen Rekombinationsreparatur (HRR).

Daran nahmen 599 Patient:innen mit mHSPC und mindestens einer HRR-Alteration teil. Prof. Dr. Neeraj Agarwal von der Universität von Utah in Salt Lake City und sein Team prüften randomisiert

Primärer Endpunkt war das von den Prüfärzt:innen bestimmte radiologische progressionsfreie Überleben (rPFS).

Risiko für Progress um 52 % verringert

Nach median 36,6 Monaten Beobachtung war der Median des rPFS mit Talazoparib plus Enzalutamid noch nicht erreicht und betrug mit Placebo-Enzalutamid 45,8 Monate. Das entsprach einer um etwa 52 % verringerten Wahrscheinlichkeit für einen radiologisch festgestellten Progress oder Tod im betrachteten Zeitraum (HR 0,481; 95%-KI 0,357–0,647; p < 0,0001). Die Drei-Jahres-rPFS-Rate betrug 76,6 % versus 56,2 %.

In der Subgruppe mit BRCA-Mutation war der Vorteil der Kombination noch etwas ausgeprägter (HR 0,368; 95%-KI 0,222–0,609; p < 0,0001), in derjenigen mit anderen HRR-Alterationen aber ebenfalls signifikant (HR 0,567; 95%-KI 0,392–0,819; p = 0,0022). Die Drei-Jahres-rPFS-Rate betrug bei Vorliegen von BRCA-Mutationen 77,2 % (vs. 48,8 %), in der Gruppe mit anderen HRR-Alterationen 76,2 % (vs. 60,2 %).

Wirksamkeit bei anderen Mutationen

In einer Post-hoc-Analyse ergaben sich Anhaltspunkte für eine besonders gute Effektivität der Kombination im Falle einer Alteration in den Genen ATM, CDK12 und CHEK2.

 

OS-Vorteil für Talazoparib-Enzalutamid

Die Interimsanalyse des Gesamtüberlebens (OS) ergab einen Trend zugunsten von Talazoparib plus Enzalutamid. Die Drei-Jahres-OS-Wahrscheinlichkeit betrug in Prüfarm versus Kontrolle 77,8 % versus 71,6 % (HR 0,767; 95%-KI 0,564–1,044; p = 0,0905). Talazoparib zusätzlich zu Enzalutamid verlängerte zudem signifikant die Zeit bis zu einem PSA-Progress (HR 0,513; 95%-KI 0,370–0,712; p < 0,0001) und bis zur nächsten systemischen Krebstherapie (HR 0,514; 95%-KI 0,378–0,698; p < 0,0001).

Unerwünschte Ereignisse (UE) eines Grads 3 oder 4 traten mit Talazoparib häufiger auf (79 % vs. 41 % im Kontrollarm). Sie führten auch öfter zu Therapieunterbrechungen, Dosisreduktionen und dauerhaftem Abbruch von Talazoparib. Am häufigsten kam es zu höhergradiger Anämie, aber auch Neutropenie und Fatigue. Die Dosisintensität von Enzalutamid wurde nicht negativ beeinflusst.

Wie unterschied sich die Lebensqualität?

Die Auswertung patient:innenberichteter Endpunkte ergab keine ausgeprägten Unterschiede in der Lebensqualität insgesamt. Gleiches galt für die einzelnen Funktionen oder die Symptome Fatigue, Schmerz, Übelkeit/Erbrechen und Appetitverlust.

Für Prof. Agarwal ist Talazoparib plus Enzalutamid eine mögliche Option für Erkrankte mit mHSPC und HRR-Alterationen. Wie er betonte, sei daher eine frühe molekulare Testung bei Prostatakrebs essenziell.

Agarwal N et al. 2026 ASCO Annual Meeting; LBA5007

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