BRAFV600E-Mutation ausnutzen

Dabrafenib/Trametinib gegen jodrefraktären Schilddrüsenkrebs

Aus der Fachliteratur
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Dabrafenib/Trametinib ist bereits bei anderen Tumoren mit BRAFV600E-Mutation zugelassen, darunter Melanome, NSCLC und Gliome.

Beim radiojodrefraktären, BRAFV600E-mutierten Schilddrüsenkarzinom verdreifachte Dabrafenib/Trametinib das PFS gegenüber Placebo. Das wurde allerdings mit erheblichen Nebenwirkungen erkauft, darunter Pyrexie und Retinopathien.

Für fortgeschrittene BRAFV600E-mutierte Schilddrüsenkarzinome, die nicht mehr auf Radiojod ansprechen, könnte sich mit Dabrafenib und Trametinib eine zielgerichtete Option eröffnen. Das stützen nach positiven ersten Daten nun auch Ergebnisse einer randomisierten und placebo­kontrollierten Phase-3-Studie.

Forschende um Prof. Dr. Ming Gao, Nankai-Universität, Tianjin, testeten die Kombination bei 153 Personen mit radiojodrefraktären, differenzierten Schilddrüsentumoren, die eine BRAFV600E-Mutation aufwiesen. Alle hatten eine lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung. Die Teilnehmenden wurden 2:1 zu Dabrafenib (150 mg zweimal täglich) und Trametinib (2 mg einmal täglich) oder Placebo randomisiert.

 

Ein Jahr statt vier Monate progressionsfrei

Nach median knapp 1,5 Jahren Beobachtungszeit zeigte sich mit 12,8 Monaten vs. 3,7 Monaten bereits ein hochsignifikanter PFS-Vorteil gegenüber der Kontrollgruppe (HR 0,38; p < 0,0001). Auf Dabrafenib und Trametinib sprachen 57 % der Behandelten klinisch an, mit Placebo fast niemand (4 %; p < 0,0001).

In dieser Interimsanalyse war die mediane Ansprechdauer noch nicht erreicht. Auch das Gesamtüberleben war noch nicht reif, es zeigte sich aber ein Trend zugunsten der Prüfkombination (HR 0,66; p = 0,083).

Erkrankte im Dabrafenib/Trametinib-Arm erlitten allerdings deutlich häufiger ernsthafte unerwünschte Ereignisse (43 % vs. 25 %). Eine Person starb unter der Prüfbehandlung an einem zerebrovaskulären Ereignis, das laut den Verantwortlichen mit der Medikation zusammenhing.

Retinopathien als spezifische Nebenwirkung

Insgesamt stellte eine Pyrexie die häufigste Nebenwirkung im Prüfarm dar und traf knapp die Hälfte der Behandelten (48 %). 7 % entwickelten unter Dabrafenib/Trametinib eine schwere Retinopathie, die unter Placebo nicht vorkam. Letztlich brachen 8 % im Prüfarm und 6 % der Kontrollgruppe die Behandlung wegen unerwünschter Ereignisse ab.

Die Autor:innen verweisen darauf, dass Dabrafenib und Trametinib PFS und Ansprechrate beträchtlich verbesserten. Es seien keine neuen Sicherheitssignale aufgetreten. Somit stützten die Ergebnisse die Prüfkombination als Zweitlinienbehandlung für Personen mit radiojodrefraktärem, BRAFV600E-positivem, differenziertem Schilddrüsenkarzinom.

Gao M et al. Lancet Oncol 2026; 27(8): 994-1003; doi: 10.1016/S1470-2045(26)00133-6

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