Atemwegsinfekte bei onkologischen Patient:innen

Kümmert respiratorische Viren das Geschlecht?

132. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin
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Es fanden sich nur wenige klinisch relevante Geschlechtsunterschiede.

Respiratorische Virusinfektionen stellen in der (Hämato-)Onkologie noch immer ein Problem dar. Ein Forschungsteam wertete nun aus, inwiefern sich Infektionsraten, Symptomschwere und Prognose nach Geschlecht unterscheiden.

Respiratorische Virusinfektionen stellen bei (hämato-)onkologischen Patient:innen noch immer eine wichtige Ursache von Morbidität und Mortalität dar. In einer Auswertung des OncoReVir-Registers, die Clara Müller, Ruhr-Universität Bochum, vorstellte, beschäftigten sich Forschende mit der Frage, inwieweit das Geschlecht das klinische Bild und das Outcome beeinflusst.

Das OncoReVir-Register

Das 2018 initiierte OncoReVir-Register umfasst knapp 2.000 Patient:innen mit einem hämatologischen oder soliden Malignom und einer durch PCR bestätigten respiratorischen Virusinfektion. Insgesamt beteiligten sich neun deutsche Universitätskliniken. In diese Analyse gingen nur Personen ein, bei denen eine Monoinfektion mit einem einzelnen Erreger vorlag.

Von den betrachteten Patient:innen waren gemäß ihrer Akte 842 Frauen und 1.133 Männer. Etwa 85 % litten an einer hämatologischen Erkrankung (AML, Non-Hodgkin-Lymphom, Multiples Myelom), knapp 15 % an einem soliden Tumor. Knapp die Hälfte hatte bereits eine Stammzelltransplantation erhalten und 48 % der Frauen sowie 36 % der Männer wiesen eine aktive Erkrankung auf.

Epidemiologie scheint geschlechtsunabhängig

Das Profil der detektierten Erreger fiel zwischen den Geschlechtern sehr ähnlich aus. Am häufigsten fand sich SARS-CoV-2 (gut ein Drittel der Fälle), gefolgt von Influenza (ca. 23 %), RSV, Parainfluenza und Rhinoviren.

„Bei den Frauen war aber interessanterweise die Symptomlast höher“, schilderte die Expertin. Dies galt sowohl für die median berichtete Gesamtzahl an Symptomen (2,01 vs. 1,78; p = 0,002) als auch für einzelne Beschwerden. Insbesondere beklagten Frauen häufiger Kopfschmerzen (8 % vs. 5 %) und Myalgien (12 % vs. 7,5 %). Im Blutbild wiesen jedoch untersuchte Männer signifikant höhere CRP-Konzentrationen auf (65,19 vs. 52,24; p = 0,002), was für eine höhere Entzündungsaktivität spricht.

Ähnliches Outcome trotz Unterschieden bei Symptomlast und Entzündungsaktivität

Insgesamt sahen die Wissenschaftler:innen ähnliche klinische Outcomes für beide Geschlechter, wobei das Humane Metapneumovirus, SARS-CoV-2, Influenza und RSV mit der höchsten Mortalität einhergingen. Die Gesamtsterblichkeit (All-Cause-Mortality) lag bei den männlichen Erkrankten höher (30 % gegenüber 25 %), die infektionsassoziierte Mortalität erwies sich aber mit 4 % als identisch.

Rüthrich MM et al. 132. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin; Poster P-16-03

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