Immer mehr Menschen haben Krebs — was könnte nun helfen?
Die Menschen werden immer älter, die Therapien immer erfolgreicher. Kein Wunder, dass es immer mehr Krebspatient:innen gibt. Doch auch Jüngere sind mittlerweile häufiger betroffen. Prof. Mehnert-Theuerkauf erklärt im Interview, welche Probleme sich daraus ergeben.
Die Krebsinzidenz steigt, doch die Krebsmortalität sinkt. Es sei zwar eine gute Nachricht, dass Patient:innen länger überleben, wie Prof. Dr. Anja Mehnert-Theuerkauf, Uniklinikum Leipzig, betonte. Doch berge dies auch einige Herausforderungen, schließlich gibt es rund 22 Millionen Cancer Survivors in Europa, die meisten in einem Alter von über 65 Jahren. Und mit dem Alter gehen oft Komorbiditäten einher, was weitere Schwierigkeiten für die Behandlung bergen kann. Rund die Hälfte lebt noch 10 Jahre nach der Krebsdiagnose, immerhin 22 % sogar 20 Jahre. Die Autor:innen der dazugehörigen Studie sprechen in diesem Kontext von einem „Silver Tsunami“.
Ungesunder Lebensstil als Ursache
Doch nicht nur unter den Älteren gibt es immer mehr Krebserkrankungen. Auch jüngere Menschen zwischen 15 und 49 Jahren sind häufiger betroffen. Als Ursachen nennt Prof. Mehnert-Theuerkauf einen veränderten Lebensstil mit zu wenig Bewegung, zu viel ungesunder Ernährung, zu viel Zucker, zu viel Alkohol und Rauchen. „Diese Risikofaktoren sind nicht nur ein Risiko für Krebs, sondern auch für andere große Volkskrankheiten“, erklärte die Expertin. Damit steigt ebenfalls die Zahl der komorbiden Menschen.
Hinzu kommt ein Ungleichgewicht durch sozioökonomische Faktoren. Warum unter schlechter situierten Menschen die Krebsinzidenz niedriger ist, die -mortalität aber höher und welche präventiven Lösungsansätze es vor dem Hintergrund der oben genannten Herausforderungen gibt, erfahren Sie im Videointerview.