Kolonkarzinom: Zirkulierende Tumor-DNA identifiziert Risikopatienten

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Um herauszufinden, wie hoch das Rezidivrisiko des Patienten ist, kann man einfach sein Blut unter die Lupe nehmen.

Patienten mit lokal fortgeschrittenem Kolonkarzinom, bei denen nach adjuvanter Chemotherapie Tumor-DNA im Blut nachweisbar ist, haben ein deutlich erhöhtes Rezidivrisiko.

Patienten mit Kolonkarzinom im Stadium 3 erhalten nach der Operation risikoadaptiert über drei bis sechs Monate eine adjuvante, meist oxaliplatinbasierte Chemotherapie. Welche der so behandelten Patienten ein hohes Rezidivrisiko behalten, ließ sich anhand der klinisch-pathologischen Parameter bisher nicht exakt vorhersagen.

Diese Lücke könnte der Nachweis von zirkulierender Tumor-DNA ­(ctDNA) schließen, so das Ergebnis einer australischen Studie. ctDNA mit ihren tumorspezifischen Mutationen ist im Blut praktisch aller Patienten mit einem fortgeschrittenen Kolonkarzinom nachweisbar und korreliert – wie bei vielen anderen soliden Tumoren – mit dem Rezidivrisiko nach chirurgischer Intervention.

Einbezogen in die multizen­trische Biomarker-Studie waren 96 Patienten mit neu diagnostiziertem Stadium-3-Kolonkarzinom, bei denen nach Chirurgie und adjuvanter Chemotherapie nach tumorspezifischer DNA im peripheren Blut gesucht wurde. Dabei erwies sich sowohl die zirkulierende Tumor-DNA, die nach der Tumor­resektion bei 21 % der Patienten gefunden wurde, als auch die ctDNA, die sich bei 17 % der Chemotherapierten nachweisen ließ, tatsächlich als signifikanter Prädiktor für ein Karzinomrezidiv nach abgeschlossener Behandlung. Klinische Studien überprüfen jetzt, ob Patienten mit postchemotherapeutisch nachweisbarer Tumor-DNA von gezielten Interventionen profitieren.

Quelle: Tie J et al. JAMA Oncol 2019; online first; DOI: https://doi.org/10.1001/jamaoncol.2019.3616

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