Wenn EGFR-Inhibitoren versagen

Ivonescimab ergänzt Chemo in der NSCLC-Zweitlinie

Aus der Fachliteratur
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|Lesezeit: 2 Min
Ivonescimab bindet sowohl PD1 als auch VEGF.

Die finale Analyse von HARMONi-A bestätigt einen Überlebensvorteil durch Ivonescimab beim EGFR-alterierten NSCLC. Alle Teilnehmenden waren mit EGFR-TKI vorbehandelt.

Welche Optionen stehen Patient:innen mit EGFR-mutiertem NSCLC offen, wenn Kinaseinhibitoren versagen? Offenbar profitiert diese Gruppe davon, zusätzlich zu einer Chemotherapie den bispezifischen Antikörper Ivonescimab zu erhalten, wie das Team der HARMONi-A-Studie berichtet. Alle 322 Teilnehmenden hatten ein lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes NSCLC mit EGFR-Alteration und nichtplattenepithelialer Histologie und waren mit EGFR-TKI vorbehandelt.

 

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HARMONi-A: Stabiler OS-Vorteil über 2,5 Jahre

In HARMONi-A verlängerte die Kombination aus Ivonescimab und Carboplatin/Pemetrexed das mediane Gesamtüberleben gegenüber Chemotherapie plus Placebo um knapp drei Monate (mOS 16,8 Monate vs. 14,1 Monate; HR 0,74; 95%-KI 0,58–0,95; p = 0,02). Nach 30 Monaten lebten hochgerechnet noch 29,1 % mit dem Prüfregime verglichen mit 18,4 % der Kontrollgruppe. Der OS-Unterschied zeigte sich über Subgruppen hinweg, u. a. unabhängig von Hirnmetastasen und auch bei jenen, die Drittgenerations-TKI erhalten hatten. In früheren Analysen hatten die Forschenden bereits einen signifikanten PFS-Vorteil für die ivonescimabhaltige Behandlung nachgewiesen (HR 0,46; p < 0,001; mediane Differenz 2,3 Monate).

Wie es um die Sicherheit steht

Das Sicherheitsprofil der Kombination hält das Studienteam für akzeptabel. Es entsprach im Wesentlichen den bekannten Toxizitäten der Einzelsubstanzen. Unerwünschte Ereignisse vom Grad ≥ 3 entwickelten 67,1 % der Behandelten mit dem bispezifischen Antikörper gegenüber 54,7 % ohne. 11,8 % bzw. 8,1 % mussten die Therapie nebenwirkungsbedingt abbrechen.

Die Autor:innen resümieren, dass Ivonescimab einen signifikanten und klinisch bedeutsamen Überlebensvorteil für Patient:innen mit TKI-vorbehandeltem, EGFR-alteriertem NSCLC erreichte. Ob der Nutzen nach einer Erstlinienkombination aus Osimertinib und Chemotherapie oder Amivantamab/Lazertinib ähnlich ausfalle, bleibe allerdings noch unklar.

Zhao Y et al. JAMA 2026; 336(4): 306-314; doi: 10.1001/jama.2026.7745

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