PRO-B-Projekt zeigt Erfolg

Digitale Betreuung bei Brustkrebs soll in die Regelversorgung

Pressemitteilung – Charité – Universitätsmedizin Berlin, DKG, BARMER, DAK-Gesundheit und mkk 
|Erschienen am: 
|Lesezeit: 2 Min
Als zentrale Anlaufstelle diente eine App, über die z. B. Fragebogen zu Patient-Reported Outcomes ausgefüllt wurden.

Weniger Fatigue und Krankenhausaufnahmen, bessere Leistungsfähigkeit – das kann das digitale Betreuungskonzept PRO-B bei metastasiertem Brustkrebs leisten. Nun hat der G-BA sogar die Aufnahme in die Regelversorgung empfohlen.

Das App-gestützte Betreuungskonzept PRO-B könnte bald in den Behandlungsalltag bei metastasiertem Brustkrebs einziehen. Dabei werden Symptome und Lebensqualität digital überwacht und Veränderungen gegebenenfalls rasch adressiert. Aktuelle Studienergebnisse belegen beispielsweise Vorteile bei Fatigue und Krankenhausaufnahmen.

Behandlungsteam reagiert innerhalb von 48 Stunden

Über eine App erhalten die Erkrankten wöchentlich bis zu 52 Fragen zu ihren Symptomen, ihrer Alltagsbewältigung und ihrer emotionalen Verfassung. Ein Algorithmus wertet die Antworten aus und meldet relevante Veränderungen an das Behandlungsteam. Das medizinische Personal ruft die betreffende Person dann innerhalb von 48 Stunden an.

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„Wir besprechen in diesen Telefonaten beispielsweise, ob die Medikamente gegen Übelkeit in ihrer Dosis angepasst werden sollten oder geben praktische Tipps zum Umgang mit den verschiedenen Symptomen", schildert Prof. Dr. Maria M. Karsten, Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Initiatorin des Projektes. Auch ernsthafte Komplikationen fielen gegebenenfalls früher auf.

PRO-B-Studie: mBC-Erkrankte ein Jahr digital betreut

Studienergebnisse von 909 Erwachsenen mit metastasiertem Brustkrebs bestätigen, dass das digitale Konzept klinische Vorteile bietet. Eine Hälfte der Teilnehmenden wurde ein Jahr lang neben der medikamentösen Tumortherapie wie beschrieben betreut. Die Kontrollgruppe wurde hingegen nur alle drei Monate befragt und nicht vom Behandlungsteam kontaktiert.

Personen in der PRO-B-Gruppe berichteten nach sechs Monaten über signifikant weniger Fatigue und schätzten ihre körperliche Funktionsfähigkeit als besser ein. Zudem musste die Interventionsgruppe seltener stationär behandelt werden. Es zeigte sich sogar ein Trend hin zu einem längeren Überleben. „All das erreichen wir nicht durch ein neues Medikament, sondern allein dadurch, dass wir das Befinden der Frauen regelmäßig und strukturiert abfragen und darauf eingehen“, gibt Prof. Karsten zu bedenken.

Über 90 % wünschen sich PRO-B in der Routineversorgung

Der G-BA hat bereits im Juni empfohlen, das PRO-B-Behandlungskonzept in die Regelversorgung zu übernehmen. Das wünschten sich auch mehr als 90 % der Erkrankten, die es in der Studie testen durften. Praktisch gesehen wollen die beteiligten Krankenkassen den Versorgungsansatz so weiterentwickeln, dass er voraussichtlich ab Herbst routinemäßig zur Verfügung steht. Dabei läuft das Projekt unter dem Namen „ida“ weiter.

Karsten MM et al. JAMA Oncol 2026; doi: 10.1001/jamaoncol.2026.2661

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