Residualtumoren des HCC eliminieren

TACE wirkt kombiniert mit Thermoablation besser

Aus der Fachliteratur
|Erschienen am: 
|Lesezeit: 2 Min
Alle Teilnehmenden der TORCH-Studie erhielten median zwei Durchgänge einer lipiodolbasierten konventionellen TACE.

Nach der Chemoembolisation bleiben beim HCC im intermediären Stadium oft Tumorreste. Ergebnisse der TORCH-Studie sprechen dafür, diese anschließend mit einer Radiofrequenzablation zu adressieren.

Bei HCC im intermediären Stadium kann eine anschließende thermische Ablation den Erfolg der transarteriellen Chemoembolisation (TACE) verbessern – darauf deuten Ergebnisse der offenen Phase-3-Studie TORCH hin. Für Dr. Ning Lyu und Kolleg:innen vom Sun Yat-sen University Cancer Center, Guangzhou, stützen die Daten dieses sequenzielle Vorgehen als Erstlinienoption.

An der Studie nahmen 241 Patient:innen mit unresektablem HCC im BCLC-Stadium B an zwei chinesischen Zentren teil. Sie wiesen eine auf die Leber beschränkte Erkrankung ohne kurative Behandlungsoptionen auf und waren noch nicht systemisch vorbehandelt. Die Hälfte der Teilnehmenden wurde nach jedem TACE-Zyklus reevaluiert. Diese Gruppe erhielt eine Radiofrequenzablation der Herde, sobald sie die AT-up-to-7-Kriterien erfüllten (s. Kasten) und sich die Behandlung vollständig und sicher realisieren ließ.

Die AT-up-to-7-Kriterien

In TORCH kamen Teilnehmende der Prüfgruppe für die Radiofrequenzablation in Betracht, sofern sie nach TACE die AT-up-to-7-Kriterien erfüllten. Dabei muss die Anzahl der verbliebenen viablen Läsionen zusammen mit dem größten Einzeldurchmesser weniger als 7 betragen. Zusätzlich gilt hinsichtlich des Durchmessers eine Obergrenze von 5 cm.

TORCH: Progressionsrisiko und Sterberisiko etwa halbiert

Die multimodale Behandlung verlängerte das progressionsfreie Überleben gegenüber TACE allein um 10,4 Monate (mPFS 17,7 Monate vs. 7,3 Monate; HR 0,47; p < 0,001). Es sprachen 84,3 % gegenüber 56,7 % auf die jeweilige Therapie an. Nicht zuletzt lebten Behandelte mit dem Prüfprotokoll mehr als doppelt so lang: Das mOS betrug 88,6 Monate vs. 35,1 Monate (HR 0,50; p < 0,001).

Behandlungsassoziierte unerwünschte Ereignisse vom Grad 3/4 betrafen in beiden Armen etwa ein Fünftel der Erkrankten (23,2 % vs. 18,3 %). In der TACE-Ablations-Gruppe bestanden die häufigsten höhergradigen Nebenwirkungen in Anstiegen der Leberenzyme (Aspartat-Aminotransferase 14,1 %; Alanin-Aminotransferase 8,0 %) und einer Thrombozytopenie (4,0 %). Therapieassoziierte Todesfälle verzeichneten die Verantwortlichen nicht.

TACE + Ablation bei niedriger und intermediärer Tumorlast

Zusammenfassend verlängerte eine TACE gefolgt von selektiver thermischer Ablation beim leberbeschränkten, unresektablen HCC progressionsfreies Überleben und OS gegenüber einer TACE allein. Aus Sicht der Autor:innen sind die optimalen Kandidat:innen Personen mit niedriger bis mittlerer Tumorlast, die nach der Chemoembolisation die AT-up-to-7-Kriterien erfüllen. Auch erlaube dieser Ansatz potenziell, Systemtherapien für bestimmte Erkrankte länger aufzusparen.

Lyu N et al. JAMA Oncol 2026; doi: 10.1001/jamaoncol.2026.2366

Bei Google bevorzugen

Sie möchten bei der Suche nach aktuellen Entwicklungen häufiger unsere Beiträge sehen? Dann fügen Sie uns jetzt zu Ihren bevorzugten Quellen hinzu.

Als bevorzugte Quelle auswählen
Wie funktioniert das? Häufige Fragen: Hier erfahren Sie mehr

Schlagwörter:

Das könnte Sie auch interessieren