Schmerzen am Bewegungsapparat: Ursachen bei Kindern finden
Tumoren finden sich am häufigsten im Becken und im Oberschenkelknochen.
Ein Kind klagt über Schmerzen am Sprunggelenk, ist aber nach eigenen Angaben nicht gefallen oder umgeknickt. In solchen Fällen gilt es, zuerst einige potenzielle Ursachen auszuschließen. Sonst kann es passieren, dass eine Misshandlung, ein Malignom oder eine septische Erkrankung übersehen wird.
Zwar lassen sich bei Kindern akute Schmerzen am Bewegungsapparat am häufigsten auf Unfälle zurückführen, doch zunächst muss geprüft werden, ob die Art des berichteten Traumas auch zur bestehenden Verletzung passt. Ist dies nicht der Fall, kommen weitere Möglichkeiten in Betracht: Wird das Kind misshandelt? Oder könnte z.B. eine rheumatische Erkrankung oder ein Malignom hinter den Beschwerden stecken?
Chronische Schmerzen schon im Kindergarten
Eine populationsbasierte Studie ergab, dass bereits 6 –10 % der Kinder im Einschulungsalter über Schmerzen am Bewegungsapparat klagen. Meist sind die Beine betroffen, erst bei über 20-Jährigen überwiegen Rückenprobleme. In einer Untersuchung war bei jedem dritten Sechsjährigen der Schmerz bereits chronisch, oft bestand er schon seit dem Kleinkindalter.
Um das weite Feld der möglichen Differenzialdiagnosen für Schmerzen am Bewegungsapparat abzuarbeiten, sollte man bei pädiatrischen Patienten nach einem Dringlichkeitsalgorithmus vorgehen, schlägt Professor Dr. Hans-Iko Huppertz aus Bremen vor.
An erster Stelle rangieren septische Erkrankungen wie Osteomyelitis, septische Arthritis sowie Malignome wie akute lymphatische Leukämie, Osteosarkom oder Morbus Ewing. Warum das so ist, kann man anhand der beiden Fallbeispiele im unten stehenden Kasten selbst überprüfen.
Wie hätten Sie sich entschieden?
Die Maßnahmen müssen auch mal ein Ende haben
Fest steht, dass die zunehmende Anwendung sinnloser Maßnahmen, oft auch getrieben von wirtschaftlichen Interessen, das Leid des Kindes und seiner Familie verlängern kann, betont Prof. Huppertz. Ab einem bestimmten Punkt solle man die naheliegende Diagnose Schmerzverstärkungssyndrom nicht weiter vor sich herschieben.Quelle: Huppertz H-I. Monatsschr Kinderheilkd 2020; 168: 930-937; DOI: 10.1007/s00112-020-00984-y
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