Kompressionssyndrom richtig einordnen

Thoracic-Outlet-Syndrom: Was bei Diagnostik & Therapie gilt

Aus der Fachliteratur
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Stand: 
|Lesezeit: 3 Min
Schulterschmerzen gehören zu den häufigsten Symptomen beim Thoracic-Outlet-Syndrom. Besonders bei Überkopfarbeiten, wenn Patientinnen und Patienten den Arm heben müssen, können sich die Beschwerden verstärken.

Rund 4 von 100.000 Menschen pro Jahr erkranken am Thoracic-Outlet-Syndrom, meist junge Menschen. Das Syndrom kann unterschiedlich schwer verlaufen. Um die geeignete Therapie einzuleiten, ist die genaue Kenntnis verschiedener Typen entscheidend.

Der Plexus brachialis mit der Arteria und Vena subclavia und den parallel verlaufenden Nerven kann in der Region des „Thoracic Outlet“ an verschiedenen Engstellen komprimiert werden: Im Skalenusdreieck, im kostoklavikulären Raum zwischen Klavikula und 1. Rippe sowie unterhalb des M. pectoralis minor bzw. seinem Sehnenansatz am Processus coracoideus. Das infolge der Kompression verursachte Thoracic-Outlet-Syndrom (TOS) ist mit etwa 4 Fällen pro 100.000 Personen pro Jahr selten und betrifft vorwiegend junge Menschen. Eine fehlerhafte Therapie geht mit dem Risiko eines Funktionsverlusts bis hin zur Gefahr, den betroffenen Arm zu verlieren, einher.

Übertherapie beim Thoracic-Outlet-Syndrom vermeiden: Die richtige Diagnose zählt

Zwar ist zum einen wichtig, ein Kompressionsphänomen ohne Beschwerden (Thoracic Outlet Compression, TOC) richtig zu diagnostizieren, um eine Übertherapie zu vermeiden, betont PD Dr. Emilia Stegemann von den Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel. Entscheidend ist aber zum anderen, eine typische Symptomatik bei Durchblutungsstörungen rechtzeitig zu erkennen, um dauerhaften Schäden vorzubeugen. Von einer TOC besteht ein fließender Übergang zu einem TOS, das je nach betroffener Struktur entweder als arteriell (aTOS), venös (vTOS) oder neurologisch (nTOS) klassifiziert wird. Als schwerste Form gilt TOX (Thoracic Outlet Compression with sequelae); sie wird häufig fälschlicherweise als Raynaud-Syndrom diagnostiziert. Wiederholte periphere Embolien können zu Nekrosen und schließlich zum Verlust der Extremität führen.

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