Jugend unter Druck

Belastende Lebensereignisse fördern bei Jugendlichen Suizidgedanken

Aus der Fachliteratur
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Belastende Lebensereignisse führen bei Jugendlichen häufiger zu Suizidgedanken.

Schon alltägliche Belastungen können Jugendliche und junge Erwachsene in eine Krise treiben: Eine Längsschnittstudie zeigt, dass mit der Zahl stressreicher Lebensereignisse sich auch Suizidgedanken häufen.

Nicht immer verläuft die Jugend harmonisch. Heranwachsende, die viel verarbeiten müssen, äußern häufiger Suizidgedanken, wie Daten einer Längsschnittstudie zeigen. Bislang war vor allem bekannt, dass Misshandlungs- und Missbrauchserfahrungen in der Kindheit das Risiko für suizidales Gedankengut erhöhen. Forschende um Dr. Pei-Jung Chen vom King’s College London untersuchten nun, welche Rolle gewöhnliche stressverursachende Lebensereignisse im Jugendalter spielen. Diese Lebensphase gilt als besonders vulnerabel, denn aufgrund der im Alter zwischen 10 und 24 Jahren auftretenden biopsychosozialen Veränderungen erhöht sich die Anfälligkeit für suizidales Gedankengut.

An der IMAGEN-Studie nahmen mehr als 2.000 Heranwachsende aus Deutschland, Irland, Großbritannien und Frankreich teil. Sie beantworteten im Alter von 14, 16, 19 und 23 Jahren den Life Events Questionnaire, der 39 Lebensereignisse aus den Bereichen Familie, Autonomie, Disstress, Devianz, Unfälle, Sexualität und Wohnortwechsel abbildete. Zusätzlich wurden Suizidgedanken sowie selbstverletzendes Verhalten per Fragebogen erhoben. Um Misshandlung in der Kindheit separat zu erfassen,beantworteten die Teilnehmenden im Alter von 19 Jahren einmalig denChildhood Trauma Questionnaire.

Unabhängig von demografischen Faktoren und früheren Misshandlungs- und Missbrauchserfahrungen nahm im Studienkollektiv die Wahrscheinlichkeit für Suizidgedanken mit der Zahl belastender Lebensereignisse zu. Als besonders problematisch erwiesen sich dabei familiäre Schwierigkeiten. Dazu zählten beispielsweise Geldsorgen, Alkoholkonsum der Eltern und Konflikte in der Familie. Die Erkenntnisse bieten einen Ansatzpunkt für die Prävention, betonen die Forschenden. Interventionsstrategien sollten sich ihrer Ansicht nach insbesondere auf innerfamiliäre Dynamiken konzentrieren.

Chen PJ et al. Lancet Psychiatry 2026; 13: 190-199; doi: 10.1016/S2215-0366(25)00359-1

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