Neurologie & Bewegungsstörungen

Restless-Legs-Syndrom erhöht Wahrscheinlichkeit für Parkinsonerkrankung

Aus der Fachliteratur
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Die Beschwerden beim Restless-Legs-Syndrom treten vor allem in Ruhe auf und bessern sich bei Bewegung.

Menschen mit Restless-Legs-Syndrom erkranken offenbar häufiger an Morbus Parkinson als Gesunde. Überraschenderweise scheint der Zusammenhang unabhängig vom Dopaminsystem zu bestehen. Das wirft neue Fragen zur Pathophysiologie auf.

Die Frage, ob und wie das Restless-Legs-Syndrom (RLS) und Morbus Parkinson miteinander verbunden sind, beschäftigt Forschung und Klinik seit Jahren. Beide Erkrankungen sprechen in unterschiedlichem Ausmaß auf dopaminerge Therapien an, was oft als möglicher Hinweis auf gemeinsame pathophysiologische Wege interpretiert wird. Eine retrospektive Kohortenstudie aus Südkorea legt aber nahe, dass die Assoziation der beiden Krankheitsbilder über nichtdopaminerge Mechanismen vermittelt wird.

Therapie mit Dopaminagonisten war mit höherem Parkinsonrisiko assoziiert

Ein Wissenschaftlerteam um ­Myeonghwan Bang vom ­Ilsan Hospital in ­Goyang analysierte Daten von 9.919 Personen mit und ebenso vielen ohne RLS aus der korea­nischen Krankenversicherung. Beide Gruppen ähnelten sich hinsichtlich Alter (im Schnitt 50 Jahre), Geschlecht (63 % Frauen), Wohnort, Eisenstatus und Komorbiditäten bestmöglich.

Die Parkinson-Inzidenz lag in der RLS-Gruppe bei 1,6 %, bei den Kontrollpersonen betrug sie 1,0 %. Im Laufe von 15 Jahren ergab sich ein signifikant erhöhtes Erkrankungsrisiko für die RLS-Betroffenen. In einer Subgruppenanalyse zeigte sich, dass diejenigen, die Dopaminagonisten erhielten (n = 3.077), eine niedrigere Parkinson-Inzidenz (0,5 %) und eine längere Zeit bis zur Diagnosestellung aufwiesen als die Kontrollen. Dagegen entwickelten die nicht mit Dopaminagonisten behandelten RLS-Patientinnen und -Patienten (n = 6.842) häufiger Parkinson (2,1 %) und bekamen die Diagnose früher. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass die pathophysiologische Verbindung zwischen RLS und Morbus Parkinson nichtdopaminerge Mechanismen umfassen dürfte.

Verfälschen Fehldiagnosen die Studienergebnisse?

Prof. Dr. Mark ­Baron von der Virginia Commonwealth University in Richmond sieht die Ergebnisse seiner Kolleginnen und Kollegen kritisch. Er verweist auf die Möglichkeit von Fehldiagnosen und darauf, dass genomweite Assoziationsstudien zahlreiche nichtdopaminerge Zusammenhänge beim RLS gefunden hätten, jedoch keine Verbindung zum Morbus Parkinson.

1. Bang M et al. JAMA Netw Open 2025; 8: e2535759; doi: 10.1001/jamanetworkopen.2025.35759    

2. Baron MS. JAMA Netw Open 2025; 8: e2535766; doi: 10.1001/jamanetworkopen.2025.35766

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