Künstliche Intelligenz im Aufwind
Die Analyse der Themen bei den EULAR-Kongressen im Verlauf der letzten zehn Jahre zeigt, wie sich die Forschungsschwerpunkte verschoben haben. Neben den CAR-T-Zell-Therapien rangiert die KI-gestützte Bildgebung an vorderster Stelle.
Welche Themen Rheumatologinnen und Rheumatologen interessieren, spiegeln die Abstracts der EULAR-Kongresse wider: 2016 bis 2021 waren einer Trendanalyse zufolge Biosimilars und JAK-Inhibitoren die Spitzenreiter bei den Keywords. Das änderte sich, als ab 2022 erst die D2T-RA anstieg, dann die KI und schließlich die CAR-T-Zell-Therapie – alle drei lagen 2026 gemeinsam an der Spitze –, wobei das Interesse für JAKi und Biologika langsam abebbte, berichtete Prof. Dr. Györgi Nagy von der Semmelweis University, Budapest.
Bei den Themen der Abstracts verschob sich der Schwerpunkt zunehmend in Richtung digitale Gesundheitsdaten, KI-gestützte Bildgebung und datenintensive Analyseverfahren. So ist im Bereich der digitalen Gesundheitstechnologien ein kontinuierlicher und klarer Anstieg der Abstracthäufigkeit zu beobachten. Während von 1.000 Abstracts 2015 noch 60 entsprechende Inhalte adressierten, stieg die Zahl bis 2018 auf 70 und erreichte 2021 bereits 110 Abstracts. Der Trend setzt sich weiter fort mit etwa 115 Abstracts im Jahr 2024 und einem weiteren Anstieg auf 130 im Jahr 2026. Insbesondere gewannen Patient-Reported Outcomes (PROs) sowie durch Wearables erhobene Patient-Generated Health Data (PGHD) zunehmend an Bedeutung.
Immer mehr Abstracts zur KI-unterstützten MRT
Ein zweiter Trend betrifft die Bildgebung mittels MRT und den Einsatz von KI bzw. Machine Learning. Bei der rein standardisierten MRT-Anwendung zeigt sich über die Jahre eine insgesamt stabile bis leicht schwankende Entwicklung, jedoch ohne ausgeprägtes Wachstum. Parallel dazu nimmt der Anteil KI-unterstützter MRT-Ansätze deutlich zu. Während 2015 nicht bzw. nur marginal über KI-Unterstützung berichtet wird, steigen die Werte von 2018 (ca. 5 Abstracts) bis 2021 (ca. 14 Abstracts) kontinuierlich an. 2024 kommt es zu einer weiteren Verschiebung mit etwa 20 Abstracts zum Thema KI-Unterstützung, und bis 2026 erreichen KI-basierte Ansätze mit etwa 42 Abstracts ein Niveau, das die standardisierte MRT (ca. 38 Abstracts) sogar übertrifft.
Ein ähnliches, noch ausgeprägteres Muster zeigt sich im Bereich der Sonografie. Die Anzahl der Abstracts zu standardisiertem Ultraschall bleibt über den Zeitraum relativ stabil oder nimmt leicht ab (von etwa 50 im Jahr 2015 auf rund 38 im Jahr 2026). Demgegenüber steigt die Zahl der Arbeiten zu KI- oder Machine-Learning-gestütztem Ultraschall kontinuierlich und deutlich an: von einem Abstract 2015 über 3 (2018), 12 (2021) und 28 (2024) bis hin zu rund 42 Abstracts im Jahr 2026. Damit liegt das Thema KI-gestützte Sonografie am Ende des Beobachtungszeitraums nahezu gleichauf mit dem konventionellen Ultraschall, teilweise sogar darüber. Dies unterstreicht eine starke Verschiebung hin zu automatisierten Bildanalyseverfahren und unterstützter Diagnostik in der muskuloskelettalen Bildgebung.